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Miss Schweiz: Untersuchung wird eingestellt

Die Untersuchung gegen Berner Polizisten, die am Rande der Miss-Schweiz-Wahlen letzten Herbst Protestierende anhielten, ist eingestellt worden.

Sitzend streikte eine Demonstrantengruppe «gegen Sexismus und der Zurschaustellung von Frauen». 20 Personen wurden festgenommen.
Sitzend streikte eine Demonstrantengruppe «gegen Sexismus und der Zurschaustellung von Frauen». 20 Personen wurden festgenommen.
Martin Bürki

Die Untersuchung gegen Berner Polizisten, die am Rande der Miss-Schweiz-Wahlen letzten Herbst Protestierende anhielten, ist eingestellt worden. Die Staatsanwaltschaft kam zum Schluss, dass die Polizisten rechtens gehandelt hatten.

Gestützt auf die Strafprozessordnung und das kantonale Polizeigesetz waren die Polizisten ermächtigt, Teilnehmer einer unbewilligten Kundgebung anzuhalten und für weitere Abklärungen auf die Polizeiwache zu bringen, wie die Staatsanwaltschaft Bern-Mittelland am Dienstag mitteilte.

Für rechtens hält die Staatsanwaltschaft auch, dass sich die Aktivisten in sogenannten «Aussackungsräumen» der Polizeiwache entkleiden mussten. Dies sei aus Sicherheitsgründen geschehen, namentlich um eine Gefährdung durch mitgeführte Gegenstände auszuschliessen.

Die Einschätzung der Gefährlichkeit der Aktivistinnen und Aktivisten lag nach Ansicht der Staatsanwaltschaft im pflichtgemässen Ermessen der Polizisten.

JA!: «Unhaltbare Schlussfolgerungen»

Die Einstellung der Untersuchung kann innert zehn Tagen angefochten werden und ist somit noch nicht rechtskräftig. Die Junge Alternative JA! kritisierte die Einstellung des Verfahrens in einer Mitteilung vom Dienstag heftig. Die Schlussfolgerungen der Staatsanwaltschaft seien unhaltbar.

Werde das Ausziehen von Aktivistinnen und Aktivisten, die zu keinem Zeitpunkt als gefährlich eingestuft werden konnten, zur Norm, dann folge das Ermessen der Polizei keinen Kriterien, sondern sei reine Willkür, kritisiert die Partei.

Am Rande der Miss-Schweiz-Wahl auf dem Berner Bundesplatz im vergangenen Herbst kam es zu einer Störaktion. Demonstranten kritisierten unter anderem den Sexismus und die Zurschaustellung der Frau bei der Missenwahl.

Die Polizei nahm 20 Personen fest, darunter sieben Jugendliche. Die zumeist jungen Leute wurden mehrere Stunden festgehalten. Die Polizei führte auch Leibesvisitationen durch. Zudem wurden DNA-Proben genommen. Der Einsatz wurde heftig kritisiert.

Stadtparlament will externe Untersuchung

Das Kommando der Berner Kantonspolizei liess den Einsatz daraufhin untersuchen. Diese Untersuchung war dem Berner Stadtparlament allerdings zu wenig unabhängig. Schliesslich arbeiteten Staatsanwaltschaft und Polizei eng zusammen, hiess es Mitte Februar im Stadtrat. Das Parlament überwies schliesslich einen Vorstoss, um eine externe und unabhängige Untersuchung aufzugleisen.

Die Junge Alternative JA! sieht sich in ihrer Mitteilung bestärkt in der Forderung nach einer unabhängigeren Untersuchung. Die Stadtregierung müsse die überwiesene Motion jetzt sofort umsetzen, forderte die Gruppierung am Dienstag.

Missen wandern nach Basel ab

Unterdessen wurde bekannt, dass die Miss-Schweiz-Wahlen 2015 nicht mehr in Bern, sondern in Basel stattfinden werden. Die Miss-Wahl war 2014 erstmals in Bern auf dem Bundesplatz in einem grossen Zelt über die Bühne gegangen.

Die einst populäre Miss-Schweiz-Wahl hatte in den letzten Jahren an Aufmerksamkeit eingebüsst. Nach der Wahl 2011 wurde sie sogar aus dem Programm des Schweizer Fernsehens gestrichen. 2012 fiel die Show mangels Sponsoren aus.

2014 wurde der Anlass einer Gesamterneuerung unterzogen. Die Show wurde neu als «Wohltätigkeitsveranstaltung» konzipiert und nach Bern verlegt.

Mit der Miss-Schweiz-Wahl übernimmt Basel einen weiteren nationalen Anlass von Bern. Auch der Fussball-Cupfinal war nach Ausschreitungen im Frühling 2014 in Bern nicht mehr willkommen; das diesjährige Endspiel steigt im Basler St.-Jakob-Park.

SDA/cla

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