Bern

Migros übernimmt die Gibb-Kantine

BernFür Restaurants und Take-aways im Berner Lorrainequartier gibt es Konkurrenz. Die Migros Zürich betreibt ab Januar die Kantine der Gewerbeschule Gibb. Das neue Restaurant ist öffentlich.

Die «Mensa five» der Gewerbeschule?wird ab Anfang Januar 2016 von der Migros betrieben und ist öffentlich zugänglich.

Die «Mensa five» der Gewerbeschule?wird ab Anfang Januar 2016 von der Migros betrieben und ist öffentlich zugänglich. Bild: Urs Baumann

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Nicht nur in der Berner Innenstadt schreitet der Verdrängungsprozess voran: Grosse Läden und Ketten expandieren, während kleinere Betriebe vermehrt das Nachsehen haben. Ein ähnlicher Prozess ist auch im Lorrainequartier zu beobachten. Seit die Migros von der hinteren Lorraine an den Dammweg in eine moderne Filiale umgezogen ist, leiden Take-aways wie der Lorraine-Beck oder die Pizzeria Tricolore Abbiasini. Früher waren Gewerbeschüler gute Kunden dieser Lokale. Jetzt kaufen sie ihr Sandwich oder ihr Mittagessen meist in der Migros.

Öffentliches Restaurant

Ab dem nächsten Jahr müssen Gewerbeschüler ihr Schulgebäude nicht mal mehr verlassen, um in den Genuss von Migros-Essen zu kommen.

Auf den 1. Januar übernimmt die Gemeinschaftsgastronomie der Migros Zürich unter dem Namen Catering Services Migros die Schul-Mensa. Catering Services Migros hat die Ausschreibung der Gewerbeschule für sich entscheiden können und Konkurrenten wie etwa den Frauenverein Zürich ausgestochen.

Zwar seien die Restaurants primär für Schüler, Lehrer und die Schulverwaltung vorgesehen, «das sehr gute Preis-Leistungsverhältnis dürfte aber auch externe Gäste ansprechen», sagt Migros-Zürich-Sprecher Francesco Laratta.

Die «Mensa uno» an der Lorrainestrasse 1 wird ab Januar ein breites Take-away-Sortiment anbieten, und die «Mensa five» im markanten runden Glasgebäude an der Lorrainestrasse 5 konzentriert sich auf die Mittagsverpflegung, sagt Laratta.

Angestellte können bleiben

Dass Migros Zürich die Mensa-Betriebe übernimmt, stört Migros Aare nicht, heisst es dort auf Anfrage. Die Genossenschaft Migros Aare betreibt anders als die Zürcher nämlich keine sogenannte Gemeinschaftsgastronomie (Mensa, Personalrestaurant). Die Migros ist allerdings schweizweit auf Expansionskurs (siehe Kasten). Seit Mai 2014 gehört etwa die Pizzeria Molino am Waisenhausplatz der Migros.

Gute Nachrichten gibt es für die Angestellten der Gibb-Kantine. «Wir haben allen Mitarbeitenden sehr gute Angebote unterbreitet», sagt Francesco Laratta. Bis jetzt hätten 90 Prozent der Mitarbeiter das Job-Angebot der Migros angenommen. «Viele der Mitarbeitenden wohnen in der Nähe und kennen die Schüler bereits. Dies schätzen wir sehr.»

Weniger Umsatz

Keine Freude an den Migros-Plänen hat Edoardo Abbiasini. Seit 34 Jahren betreibt er eine Pizzeria und einen Take-away an der Lorrainestrasse 32. Schon die neue Migros-Filiale bekam er zu spüren: «Ich habe Einbussen zwischen 50 und 70 Prozent erlitten.» Abbiasini könne nur überleben, weil er als Liegenschaftseigentümer keine Miete bezahlen müsse.

Er gibt sich kämpferisch: «Ich habe verschiedene Ideen in der Schublade, wie ich reagieren kann, wenn die Migros die Kantine der Gewerbeschule übernimmt.» Konkretes will er noch nicht verraten. (Berner Zeitung)

Erstellt: 19.11.2015, 17:50 Uhr

Migros-Gastronomie

160 Migros-Restaurants und 150 Take-aways sind in der ganzen Schweiz eindeutig als Betriebe der Marke Migros erkennbar. Viele Restaurants tragen aber andere Namen. Etwa die Pizzeria Molino, in Bern am Waisenhausplatz, die Chà-Chà-Restaurants, in Bern in der Marktgasse und im Westside, oder seit Donnerstag die Hipster-Beiz L’Osteria in Biel.

Daneben betreibt die Migros unter dem Namen Catering Services zahlreiche Personalrestaurants, unter anderem ab Januar die Mensa der Berner Gewerbeschule (siehe Haupttext). Die Migros ist in den letzten Jahren zu einem grossen Gastronomie-Unternehmen geworden. Beiläufig erwähnte Marketingchef Hansueli Siber Ende März, dass man nun McDonald’s überholt habe. Im letzten Jahr bedienten Migros-Restaurants täglich 350'000 Gäste. Jahresumsatz: 765 Millionen Franken. Dies berichtete am Donnerstag der «Blick». ehi

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