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Mieter sind eingeschüchtert und genervt

Die Vandalen in der Berner Lorraine ziehen gegen teure Neubauten los, schaden aber den Mietern.

Michael Bucher
Das Gebäude an der Lorrainestrasse 25 wurde in der Nacht auf Dienstag (16.07.2019) stark beschädigt.
Das Gebäude an der Lorrainestrasse 25 wurde in der Nacht auf Dienstag (16.07.2019) stark beschädigt.
Stephanie Matti
... und die Scheiben eingeschlagen.
... und die Scheiben eingeschlagen.
Stephanie Matti
Der Vorfall Mitte Juli brachte das Fass nun zum Überlaufen:
Der Vorfall Mitte Juli brachte das Fass nun zum Überlaufen:
Stephanie Matti
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«Jetzt reichts!» Anita Di Domenico ist hörbar genervt. «Ich verstehe nicht, wie eine Minderheit so wüten und uns terrorisieren kann», sagt sie am Telefon. Für die Geschäftsführerin der Firma Best Swiss war es am Dienstag ein unerfreuliches Ankommen an ihrem Arbeitsplatz. Der Showroom ihrer Firma an der Lorrainestrasse 25 wurde über Nacht von Vandalen verunstaltet. Die Glasscheiben sind eingeschlagen, die Fenster und die Fassade mit schwarzer Farbe überzogen.

Solche Farbattacken kommen an dieser Adresse immer wieder vor. Seit die Firma, die auf die Vermarktung von Schweizer Produkten spezialisiert ist, vor zwei Jahren hierhergezogen ist, gab es mehrere Farbanschläge – «allein in diesem Jahr waren es vier», so Anita Di Domenico.

Dabei hat sie einfach nur das Pech, im falschen Gebäude zu geschäften. Denn die Vandalenakte gelten nicht ihrem Showroom, sondern dem dreigeschossigen 10-Millionen-Franken-Neubau als Ganzes. Eigentümer der Liegenschaft auf dem Serini-Areal ist Stefan Berger.

Er besitzt mehrere Häuser in der Lorraine und wurde aus linken Kreisen schon als «Immobilienhai» angefeindet. Berger war am Mittwoch für eine Stellungnahme nicht erreichbar. In der Vergangenheit verwahrte er sich jedoch stets gegen die Unterstellung, er würde im Quartier die Grundstückpreise in die Höhe treiben. Sich selbst sieht er als «verantwortungsvollen Investor».

Besorgte Bewohner

Nach Farbattacken hinterliessen jeweils militante Linksaktivisten ein Bekennerschreiben auf einschlägigen Internetportalen. Diese werten den «eintönigen Betonklotz» als «Paradebeispiel für die Gentrifizierung». Sie wehren sich «gegen Aufwertung und Verdrängung von ärmeren Menschen durch zugezogene Yuppies».

Sie könne Kritik an angeblich überzogenen Mieten ja nachvollziehen, meint Anita Di Domenico, «aber dann muss man dies doch nicht mit einer solch feigen Attacke kundtun». Was der Best-Swiss-Geschäftsführerin auch zu denken gibt: Die Wohnungen über ihrer Galerie wurden ebenso mit Farbbeuteln beworfen.

Eine Familie mit Kindern sei durch die wiederholten Attacken mittlerweile ziemlich verängstigt, weiss Anita Di Domenico. Trotz des Ärgers denke sie im Moment nicht daran, mit ihrem Geschäft der Lorraine den Rücken zu kehren.

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