Metzgerei-Rettung misslungen

Schüpfen

Die Metzgerei der Familie Fuchs in Ziegelried ob Schüpfen kann den Konkurs nicht abwenden. Im September wird die Liegenschaft versteigert.

Das Gebäude in Ziegelried, in dem die Metzgerei Fuchs beheimatet ist, muss bald versteigert werden.

Das Gebäude in Ziegelried, in dem die Metzgerei Fuchs beheimatet ist, muss bald versteigert werden.

(Bild: Google Street View)

Simone Lippuner

Nicht annähernd reicht es aus, um den Betrieb zu retten: 20 000 Franken haben Freunde und Kunden der Familie Fuchs überwiesen, nachdem diese vor rund einem Monat öffentlich um Hilfe gebeten hatte. Die Spender kriegen ihr Geld zurück. Denn um die Kundenmetzgerei in Ziegelried ob Schüpfen vor dem Konkurs zu retten, wären 300 000 Franken notwendig gewesen (wir berichteten).

«Leider hat uns der Aufruf nicht geholfen», sagt Mitbetreiber Erich Fuchs. Bereits diesen Freitag schliesst die Metzgerei deshalb ihre Türen. Nach beinahe zwanzig Jahren. «Das ist sehr traurig», sagt Fuchs. Er und seine Geschwister seien im Dorf aufgewachsen, die Verbundenheit mit dem Ort sei stark.

Schritt für Schritt

Die Liegenschaft in Ziegelried diente früher als Käserei und ging vor achtzehn Jahren an die Familie Fuchs über. Mitte September nun geht die Ära definitiv zu Ende: Das Gebäude wird zwangsversteigert. Karl Fuchs, Vater von Erich, wird künftig in einer Metzgerei in Kirchberg arbeiten.

Zudem wird die Familie wie bis anhin im kleinen Lokal in Säriswil schlachten. Er sei froh, dass der Vater eine Anstellung gefunden habe, sagt Fuchs weiter. «Nun müssen wir Schritt für Schritt weiterschauen. Denn es gilt nach wie vor, Schulden abzubauen.»

Wie es so weit kam

Im Mai wurde die Familie vom Betreibungsamt informiert, dass die Liegenschaft zwangsversteigert wird. Um dies zu verhindern, hätten die Schulden von 150 000 Franken bis zum 17. September beglichen werden sollen. Dass er gleich um 300 000 Franken nachsuchte, begründete Karl Fuchs damit, dass er einen finanziellen Stock brauche, auf dem er aufbauen könne. Plan war, eine Auffanggesellschaft zu gründen.

Der Hilferuf überraschte. Nicht einmal gute Kunden wussten von den finanziellen Nöten. Karl Fuchs selber kann den Grund für die Misere nur erahnen. Er habe wohl zu wenig Geld verlangt, da er lange nach den Ansätzen arbeitete, die er früher in Rechnung stellte, als er die Metzgerei nur als Hobby führte.

Berner Zeitung

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