Mein Name ist...Zitronenfalter

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

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Sandra Rutschi

Im Winter hilft mir der Alkohol. Ihm verdanke ich, dass ich für einen Schmetterling sehr alt werde: 12 Monate! Doch keine Angst – ich torkle im Herbst nicht etwa durch die Glassammelstellen und suche verzweifelt nach Weinresten in den Flaschen. Das mit dem Alkohol, das kriegt ein Zitronenfalter wie ich ganz alleine hin.

Doch der Reihe nach.

Mein Leben begann im April – als eines von bis zu 100 Eiern, die ein Zitronenfalterweibchen legt. Im Mai schlüpfte ich als Raupe, bewegte mich möglichst wenig und mampfte die Blätter von Faulbaum und Kreuzdorn. Ich häutete mich mehrmals, bevor ich mich verpuppte.

Als Falter flattere ich jetzt, ab Juli, gerne an Waldrändern oder zwischen Sträuchern umher, auch an feuchten Standorten wie an der Aare.

Mit meinen zitronengelben Flügeln bin ich unverkennbar – ich bin ja auch ein Männchen. Bei einem Weibchen sind die Flügel blasser. Wir weisen eine Spannweite von 5 bis 6 Zentimetern aus und schlürfen besonders gerne den Nektar von violetten und roten Blüten.

Irgendwann kommt er dann, der Winter. Und mit ihm, wie gesagt, der Alkohol.

Das Glycerin, ein Zuckeralkohol, ist in meinen Zellen eingelagert. Dieses Frostschutzmittel setzt meinen Gefrierpunkt hinunter. Das hilft mir, kurzfristig Temperaturen von bis zu minus 20 Grad zu überstehen. Es macht mir nicht einmal etwas aus, wenn ich von Schnee bedeckt bin.

So halte ich Winterschlaf zwischen Efeublättern, im Brombeergestrüpp oder in Baumspalten, bis mich im März der erste warme Sonnenstrahl weckt.

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