Mein Name ist...Wildschwein

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Das Wildschwein streift gerne an der Aare herum, vor allem im Seeland.

Das Wildschwein streift gerne an der Aare herum, vor allem im Seeland.

(Bild: I Stock)

Sandra Rutschi

In meiner Rotte sage ich, wo es langgeht. Ich bin die Leitbache, ein altes und erfahrenes Wildschweinweibchen. Mit anderen Bachen, meistens meinen eigenen Töchtern, streife ich durch ein Gebiet in einer Grösse von bis zu 30 Quadratkilometern. Anfangs dürfen auch meine Söhne noch mitziehen. Doch wenn sie ein Jahr alt sind, jage ich sie weg. Bei uns herrscht nämlich ein striktes Matriarchat.

Auch die jungen Männchen schliessen sich vorerst zu Rotten zusammen. Danach aber ziehen sie alleine umher und schliessen sich uns Weibchen nur an, wenn Paarungszeit ist. Manchmal kämpfen sie darum, bei uns sein zu dürfen. Dann umkreisen sie sich und schlagen ihre Eckzähne aufeinander, bis sie Schaum vor dem Mund haben. Wenn diese Drohgebärden nichts bringen, beissen sie sogar zu, bis einer flieht. Wann wir Bachen uns paaren, entscheide übrigens auch ich, das Leittier. Die anderen Weibchen passen sich mir an.

Auch an der Aare streife ich gerne mit meiner Rotte umher, vor allem im Seeland. Dort finde ich auf den Äckern reichlich Nahrung. Ich liebe Mais und durchwühle den Boden auf der Suche nach Futter, am liebsten nachts. Eigentlich sind Bucheckern und Eicheln meine Hauptnahrungsquelle, und die Bauern haben keine Freude, wenn sie morgens ein verwüstetes Feld vorfinden. Doch ich hole halt das Beste aus meiner Umgebung heraus und passe mich an. In Berlin zum Beispiel erobern meine Artgenossen bereits die Stadt. Sie spazierten auch schon über den Alexanderplatz.

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