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Mein Name ist... Wespenspinne

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Sandra Rutschi
Ein Tagpfauenauge.
Ein Tagpfauenauge.
iStock

Bei den meisten Tieren sind die Männchen besonders prachtvoll. Doch bei uns ­Wespenspinnen ist es genau ­umgekehrt. Ich bin ein Weibchen und stattliche zwei ­Zentimeter lang. Meine gelben, schwarzen und weissen ­Querstreifen, denen ich ­meinen Namen verdanke, fallen sofort auf.

Als Männchen wäre ich ­hellbraun und nur fünf Millimeter gross. Ab Ende Juli kommt es zu mir und zupft an meinem Netz, bis ich zur Paarung bereit bin. Die lasse ich über mich ergehen – aber danach greife ich zu und verschlinge das Männchen. Nur selten gelingt es ihm, zu entwischen.

Anders als etwa die Kreuz­spinne baue ich mein Radnetz nicht in Fenstern, sondern stets nah am Boden. Meine Leibspeisen sind – nebst den Männchen – Heuschrecken und Hautflügler. Ich wohne gerne in Brachen und natur­belassenen Wiesen, auch in der Nähe der Aare. Dabei liebe ich warme Standorte. Vielleicht ist das auch der Grund, weshalb ich mich in den ­letzten Jahrzehnten hierzu­lande immer stärker ausbreitete: weil das Klima wärmer geworden ist.

Im Spätsommer, nachdem ich das Männchen verdaut habe, packe ich meine Eier in ein seidenes Paket. Die Kokons hänge ich in der Nähe meines Netzes auf und bewache sie eine Weile. Noch im Herbst schlüpfen meine Jungen aus den Eiern, doch sie verlassen die Kokons erst im Frühjahr, wenn ich gestorben bin. Und beginnen sofort, perfekte Radnetze in Miniaturform zu spinnen. Denn das liegt uns im Blut. (sar)

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