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Mein Name ist... Wandermuschel

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Franziska Zaugg
Von Wandermuscheln mit ihren messerscharfen Kanten lässt man besser die Finger.
Von Wandermuscheln mit ihren messerscharfen Kanten lässt man besser die Finger.

Willkommen bin ich hierzulande nicht. Wir Wandermuscheln stammen aus dem Gebiet des Schwarzen Meeres. Mit Schiffen sind wir ungewollt hierhergereist und haben uns in den 1960er-Jahren rasant verbreitet. Das, weil wir als Larven geboren werden und uns die Strömung viele Kilometer weit weg trägt.

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Meine Artgenossen und ich sind gerne nah beieinander. Zusammen haften wir an Steinen, Booten und Metallrohren. Damit handeln wir uns immer wieder Ärger ein, gerade wenn wir Rohre verstopfen. In Port bei Biel haben wir einst einen ziemlichen Schlamassel angerichtet: Es lagen viel zu viele Schalen verstorbener Artgenossen auf dem Grund, sodass der Schiffsverkehr behindert worden ist und der Grund unterhalb der Schleuse ausgebaggert werden musste.

Leider habe ich noch mehr zu beichten: Wir Wandermuscheln setzen uns auch an heimischen Muscheln fest, von welchen es nur noch wenige gibt. Sie sterben, weil wir ihnen alles wegfuttern, wir leben von Plankton und Bakterien.

Es hat aber auch sein Gutes, dass wir hier sind – zwar nicht für uns. Reiher und Blässhühner haben uns zum Fressen gerne. Wo wir sind, sind auch sie. Uns ist gar zu verdanken, dass sie mehr geworden sind. Nun gut, man muss uns deswegen vor Freude ja nicht gleich in die Arme schliessen. Erst recht nicht, da unsere Kanten messerscharf sind. Aber etwas wohlgesinnter könnte man uns zugewanderten Tieren durchaus begegnen.

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