Mein Name ist... Mopsfledermaus

In der Rubrik «Mein Name ist ...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Ihren Namen verdankt die Mopsfledermaus ihrer gedrungenen Nase.

Ihren Namen verdankt die Mopsfledermaus ihrer gedrungenen Nase.

Sandra Rutschi

Wenn du mich siehst, erinnere ich dich wahrscheinlich an einen Hund. Mit meiner kurzen und gedrungenen Nase sehe ich aus wie ein Mops, deshalb heisse ich auch Mopsfledermaus. Mit einer Körperlänge von rund fünf Zentimetern gelte ich hier als mittelgrosse Fledermaus. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass du mich zu Gesicht bekommst, gering. Denn ich bin stark vom Aussterben bedroht. Auch an der Aare tauchte ich in den letzten Jahren nur vereinzelt auf, zum Beispiel in Thun oder bei Innertkirchen.

Jetzt, im Juli, bringe ich ein bis zwei Junge zur Welt. In dieser Zeit schliesse ich mich mit anderen Weibchen zu einer Wochenstube zusammen. Wir sind jeweils höchstens zwanzig Muttertiere, was relativ wenig ist. Bei anderen Fledermäusen beziehen bis zu 1000 Weibchen gemeinsam ihre Wochenstube.

Diese finde ich hinter der Rinde, die sich von abgestorbenen Bäumen löst. Aber auch in Baumhöhlen und hinter Fensterläden fühle ich mich wohl. Während wir unsere Jungen aufziehen, wechseln wir immer wieder den Ort. Wenn man mich beim Aufziehen stört, stresst mich das sehr. Und das ist eben ein Grund dafür, dass ich so selten geworden bin: Ich finde immer weniger Orte, an denen ich meine Ruhe habe.

Ein weiterer Grund ist meine Ernährung. Ich jage in der Dämmerung nach fliegenden Insekten, hauptsächlich nach kleinen Schmetterlingen. Aber nicht immer ist meine Beute gut für mich, weil sie mit Pestiziden bekämpft wird. Diese setzen auch mir zu.

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