Mein Name ist...Eisvogel

In der Rubrik «Mein Name ist...» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Anders als der Name unterstellt, mag der Eisvogel zu tiefe Temperaturen nicht besonders. Deshalb ist die englische Bezeichnung, «Kingfisher», eigentlich zutreffender.

Anders als der Name unterstellt, mag der Eisvogel zu tiefe Temperaturen nicht besonders. Deshalb ist die englische Bezeichnung, «Kingfisher», eigentlich zutreffender.

(Bild: iStock)

Sandra Rutschi

Man sagt, ich sei höher als die Sonne geflogen. Deshalb sei mein Rücken blau wie der Himmel und mein Bauch glutrot wie die Sonne. Laut der französischen Sage, die meine Farbenpracht erklärt, schickte Noah einen meiner Ahnen aus, um nach Festland zu suchen. Wegen eines Sturms habe dieser sich mit seinen rund 25 Zentimetern Spannweite so hoch in die Lüfte geschwungen, dass wir Eisvögel nun alle dieses spezielle Federkleid tragen.

Anders als mein Name unterstellt, mag ich Eis aber nicht besonders. Ich bleibe zwar das ganze Jahr über hier, aber wenn der Winter besonders hart ist, kann mir die Kälte heftig zusetzen.

Deshalb passt mein englischer Name «Kingfisher» eigentlich besser zu meinem Verhalten. Denn ich ernähre mich fast ausschliesslich von kleinen Fischen. Wenn ich in der Aare einen Schwarm entdecke, stürze ich mich kopfüber ins Wasser und schnappe mir die Beute. Ich bin also wahrlich der King im Fischen.

Zurzeit brüte ich, deshalb futtere ich nicht alle Fische selbst, sondern bringe sie auch heim in die Bruthöhle. Mein Partner und ich haben diese 40 bis 80 Zentimeter tief an einem Steilhang in die Erde gegraben. Meine Jungen sind besser erzogen als jene der anderen Vögel: Das vorderste erhält einen Fisch, dann stellt es sich brav hinten an, bis es wieder an der Reihe ist.

Das mit dem Nachwuchs ist übrigens so eine Sache. Ich lebe im Herbst und Winter alleine, und wenn es ans Paaren geht, dauert es jeweils eine Weile, bis ich mich an meinen Partner gewöhnt habe. Deshalb sieht unser Liebesspiel vor allem zu Beginn manchmal eher wie ein Kampf aus. Und wenn unsere Jungen flügge sind, jagen wir sie weg.

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