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Mein Name ist... Bär

In der Rubrik «Mein Name ist…» stellen wir jeden Tag ein Tier vor, das in oder an der Aare lebt.

Sandra Rutschi
In freier Wildbahn eine Seltenheit: Ein Braunbär.
In freier Wildbahn eine Seltenheit: Ein Braunbär.

Ich bin ein Pionier. 194 Jahre gab es keine Bären mehr in jenem Kanton, der mich in seinem Wappen führt. Doch vor zwei Jahren kehrte ich zurück ins Berner Oberland, wo ich seither immer wieder umherstreife. Im Eriz war ich schon, am Thunersee, am Susten- und Brünigpass. Auch an der Aare tauchte ich auf – nicht nur gefangen im Bärenpark in der Stadt Bern, sondern ganz frei zwischen Brienz und Meiringen. Du weisst ja: In den Bergen lässt es sich wunderbar wandern. Das liebe auch ich, wie alle jungen Bärenmännchen. Ich ziehe vom Engadin durch den Kanton Schwyz und Uri bis in die Berner Alpen. Und zwar sowohl tagsüber als auch nachts.

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Die Wissenschaftler nennen mich M29. Sie registrieren und beobachten unsereins jeweils genau. Denn wir Bären sind Wundertüten. Manchmal sind wir schüchtern und unauffällig, räumen nur ab und zu ein Bienenhäuschen aus. Ich persönlich gehöre zu dieser Spezies. Andere Bären aber sind aufdringlicher. JJ3 zum Beispiel liess sich im Bündnerland auch nicht von Gummischrot vom Besuch bei Häusern abhalten. Hauptsächlich bin ich zwar Vegetarier, aber ich fresse alles gerne. Also auch eure Essensreste oder, wenn es grad gäbig geht, ein Schaf.

Wir wandernden Bärenmännchen stammen aus dem Trentino im Südtirol. Weibchen gibt es in der Schweiz noch keine. Wenn nicht gerade Paarungszeit ist, gehen wir unsere eigenen Wege. Wenn ein Weibchen Junge hat, meidet es uns Männchen für zwei Jahre. Vielleicht werde ich dereinst wieder sesshaft in der Schweiz und im Kanton Bern – wenn auch Weibchen hierhin ziehen. Es dauert aber fünfzig bis hundert Jahre, bis sich ein Tier einen Lebensraum wieder neu erobert. Wir Bären stehen also ganz am Anfang.

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