Mehr Strom von der Sonne

Köniz

Das Parlament in Köniz setzt auf Solarenergie bei Gemeindebauten. Ein Reglement dafür, wie es ein SP-Vorstoss verlangte, wollte es aber nicht.

Die Gemeindebauten in Köniz sollen vermehrt mit Strom aus gemeindeeigenen Anlagen versorgt werden.

Die Gemeindebauten in Köniz sollen vermehrt mit Strom aus gemeindeeigenen Anlagen versorgt werden.

(Bild: Fotolia)

Lucia Probst

Es war ein Blick ins Jahr 2034: Alle günstig ausgerichteten Dächer von Könizer Gemeindebauten sollten dann mit einer Solaranlage versehen sein. Das verlangte die SP in einem Vorstoss. Und auch gleich ein Reglement mit Bestimmungen dafür, wie das umzusetzen sei. Letzteres ging dem Parlament zu weit. Doch es hat den Vorstoss immerhin in der abgeschwächten Form als Postulat überwiesen.

Er bestehe nicht auf einem Reglement, sagte Erstunterzeichner Ruedi Lüthi (SP). «Aber ich möchte, dass die Gemeinde ihren Energiebedarf möglichst mit lokalem Strom deckt.» Bis Ende 2017 sollten eigentlich 10 Prozent des Stroms für Köniz aus gemeindeeigenen Anlagen stammen, so sieht es ein Legislaturziel vor. «Doch davon sind wir noch weit entfernt», kritisierte Lüthi. Hansueli Pestalozzi (Grüne) gab zu bedenken, dass Solaranlagen zwar Investitionen bedeuten, aber der produzierte Strom auch Einnahmen bringe, mit denen sich die Anlagen amortisieren liessen.

Insbesondere die Bürgerlichen im Par­lament gewichteten im Hinblick auf die ­Finanzlage den finanziellen Faktor stark. Gemäss Schätzungen des Gemeinderats würde die Umsetzung der SP-Forderung jährlich bis zu einer Million Franken und mehr kosten. «Investitionen in solcher Höhe scheinen uns derzeit nicht angebracht», sagte Thomas Frey (BDP).

Ebenso betonte die FDP, sie sei froh, dass der Gemeinderat finanzpolitische Aspekte einbeziehe. Gemeinderat Urs Wilk (FDP) verwies auf die zahlreichen Sanierungs- und Neubauvorhaben, bei denen bereits Solaranlagen entstanden sind. «Wir nehmen das Thema ernst», versicherte er.

Forcieren wollte die SP mit einem weiteren Vorstoss den Bau von Solaranlagen auf Industrie und Gewerbebauten. «Es reicht heute nicht mehr, auf jedes Schulhausdach eine Anlage zu bauen», fand Christian Roth (SP). Trotzdem zog er seinen Vorstoss zurück. Die Zeit sei noch nicht reif. «Es braucht noch bessere Ideen, wie sich das umsetzen lässt», begründete er dies.

Berner Zeitung

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