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Mehr Sozialarbeiter für Schulen gefordert

Seit fünf Jahren leistet sich die Stadt Bern für ihre Schulen Sozialarbeiterinnen und -arbeiter. Eine Untersuchung zeigt: Kindern und Lehrkräften wird geholfen – und es bräuchte mehr Stellen für diese Arbeit.

Wer in der Schule beim Büro der Sozialarbeiterin anklopft, hat ein Problem. Häufig nur ein kleines: Wie finde ich einen Wochenplatz? Bei welchem Verein kann ich Basketball spielen? Was kann ich gegen meine Bibeli tun? «Bei solchen Anliegen können wir meistens schnell helfen», sagt Daniel Brechbühl, Leiter der städtischen Schulsozialarbeit.

Nicht alle jungen Besucherinnen und Besucher können die Schulsozialarbeiterinnen und -arbeiter jedoch mit einem kurzen Gespräch oder einer nützlichen Adresse zufrieden stellen. Gut ein Drittel der rund 900 Schülerinnen und Schüler, die letztes Jahr Kontakt mit der Schulsozialarbeit hatten, kamen mit Problemen, die sich nicht mit einer einzelnen Beratung lösen lassen. Etwa dann, wenn ein Kind zu Hause regelmässig geschlagen wird oder wenn die Eltern zu wenig Geld für eine Zahnspange haben.

Gefragte Sozialarbeiter

Die vier Sozialarbeiter und sieben Sozialarbeiterinnen, welche die Stadt Bern derzeit für ihre Schulen beschäftigt, sind gefragt. Das zeigt eine neue Untersuchung, welche Ursula Ackermann, Leiterin des Gesundheitsdienstes, gestern den Medien vorgestellt hat.

Demnach fühlen sich rund 70 Prozent der Lehrkräfte durch die Schulsozialarbeit zeitlich und gefühlsmässig entlastet. Den Sozialarbeitenden gelingt es nämlich in 90 Prozent der Fälle, eine Lösung zu finden. Die Berner Schülerinnen und Schüler – insbesondere die Fünft- bis Neuntklässler – nehmen das Angebot rege in Anspruch. In jenen sieben Schulen, wo die Sozialarbeiter ein eigenes Büro haben – das sind derzeit die Schulhäuser Bethlehem, Brunnmatt, Bümpliz, Manuel, Munzinger, Schwabgut und Wankdorf – kennen 90 Prozent der Schülerinnen und Schüler «ihren» Sozialarbeiter oder «ihre» Sozialarbeiterin.

Die Untersuchung hat aber auch gezeigt, dass die elf Berner Schulsozialarbeitenden mit ihren je ungefähr 60 Stellenprozenten überlastet sind. Die Erziehungsdirektion des Kantons Bern empfiehlt für Schulsozialarbeit eine Vollzeitstelle auf 600 bis 900 Schüler. In der Stadt Bern hingegen muss eine Stelle für 1400 Schüler reichen. Erklärtes Ziel der zuständigen SP-Gemeinderätin Edith Olibet ist es, dereinst die Richtwerte des Kantons zu erreichen. Fürs nächste Jahr ist vorerst allerdings erst eine kleine Aufstockung um eine Vollzeitstelle vorgesehen.

Letztes Auffangnetz

«Ohne Schulsozialarbeit geht es nicht mehr», ist Edith Olibet überzeugt. Denn heute könnten nicht mehr alle Eltern ihre Kinder im Umgang mit schwierigen Situationen genügend unterstützen. «Die Schule dient dann als letztes Auffangnetz», stellt sie fest. Die Lehrkräfte könnten jedoch viele Probleme gar nicht allein lösen, oder der Zeitaufwand wäre so gross, dass sie ihre eigentliche Aufgabe vernachlässigen müssten. Es lohne sich deshalb, dass die Stadt in den letzten fünf Jahren die Schulsozialarbeit ausgebaut habe und auch künftig noch mehr ausbauen werde, so Olibet.

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