Bern

Schaufeln für junge Krokodile

BernDie beiden Sumpfkrokodile des Tierparks Dählhölzli erhalten ein neues Gehege. Dieses soll das Pärchen dazu animieren, endlich Nachwuchs zu produzieren.

Ran an den Dreck: Linda Müller, Reto Nause und Lorenz Furrer (von links) tätigen die ersten Handgriffe für das neue Krokodilgehege des Tierparks.

Ran an den Dreck: Linda Müller, Reto Nause und Lorenz Furrer (von links) tätigen die ersten Handgriffe für das neue Krokodilgehege des Tierparks. Bild: Urs Baumann

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Sumpfkrokodile gehören zu den ältesten Spezies, sie bewohnen diesen Planeten schon seit über 200 Millionen Jahren. Das Geheimnis der Reptilien liegt einerseits in ihrem robusten Schuppenpanzer, der ihren Körper komplett umgibt und so vor Angriffen schützt. Andererseits kümmern sich Sumpfkrokodile vorbildlich um ihren Nachwuchs: Sie kommunizieren mit ihren Kindern bereits, wenn sich diese noch im Ei befinden, helfen ihnen beim Schlüpfen und tragen sie anschliessend im Maul herum.

«Ein wirklich faszinierender Anblick», beschreibt Tierpark­direktor Bernd Schildger dieses Phänomen. In Zukunft sollen auch die Besucherinnen und Besucher des Dählhölzli dieses Schauspiel beobachten können: Das neue Krokodilgehege soll den Tieren nicht nur mehr Platz bieten, sondern auch den Be­suchern einen besseren Blick auf sie ermöglichen.

Hinreichende Demonstration

Das Geld für dieses Vorhaben wurde bereits vor einigen Monaten gesammelt: An der Tierparkgala im Januar kamen rund 115'000 Franken zusammen, welche komplett in das neue Zuhause der Krokodile fliessen.

Während der Pressekonferenz im Vivarium am Freitag wurden dann auch gleich die ersten Handgriffe getätigt: Vor den Augen von Journalisten, Fotografen und Tierparkmitarbeitern griffen Reto Nause, CVP-Gemeinderat und Präsident der Tierparkkommission, Linda Müller von der Sponsorin Mobiliar und Lorenz Furrer, Veranstalter der jährlichen Tierparkgala, zur Schaufel, um die Pflanzen rund um das alte Gehege zu beseitigen. Nach hinreichender Demonstration – sprich der Entfernung eines halben Busches – ging man zum Apéro über.

Die hauptsächliche Arbeit werden ohnehin die Mitarbeitenden des Tierparks übernehmen. Insgesamt 68 Quadratmeter Gehege gilt es zu erneuern, bevor im Winter die nächste Tierparkgala ansteht. Dann möchte man den Spendern nämlich handfeste Ergebnisse präsentieren.

Ein stimulierendes Gehege

Doch jene Ergebnisse, welche sich der Tierpark von dem neuen Gehege erhofft, wird man mit ein wenig Glück erst in den kommenden Jahren begutachten können: Ziel ist, dass das Krokodilpärchen Jungtiere im neuen Zuhause aufzieht. Bisher wollte es mit dem Nachwuchs nämlich nicht wirklich klappen.

Das Männchen bewohnt das Vivarium zwar schon fast 30 Jahren und hatte seither verschiedene Partnerinnen, mit denen er auch schon Nachwuchs zur Welt brachte. Das Weibchen hingegen lebt erst seit 2012 im Berner Vivarium. Laut Schildger gehöre es bereits zu den «älteren Damen»: Mit seinen knapp 50 Jahren ist es fast 20 Jahre älter als das Männchen.

Die Jungtiere sollen im eigenen Nest schlüpfen und von ihren Eltern im Maul herum- getragen werden.Bernd Schildger

Am Altersunterschied liege es aber nicht, dass die beiden bisher keine Jungtiere zur Welt brachten. «Sie fühlten sich im alten Gehege einfach nicht wohl genug», erklärt Schildger. Das neue Zuhause soll also auch stimulierend wirken, damit endlich wieder junge Krokodile geboren werden.

Und im Gegensatz zu früher sollen die Krokodileier nicht im Brutkasten ausgebrütet werden, sondern von den Eltern selbst. «Die Jungtiere sollen im eigenen Nest schlüpfen und anschliessend von ihren Eltern im Maul herumgetragen werden», so Schildgers Wunsch. (Berner Zeitung)

Erstellt: 21.04.2017, 18:33 Uhr

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