Mehr Nationalbank, weniger Eis?

Bern

Noch 10 Tage ist die Eisbahn auf dem Bundesplatz offen. Mit 40'000 Schlittschuhläufern und 5000 Fondues ist sie wieder ein Erfolg. Doch der Umbau der Nationalbank bringt nächste Saison Einschränkungen.

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Ralph Heiniger

Es war ein Wintermärchen: Viel Schnee, ein gezuckerter Weihnachtsbaum und zahlreiche Schlittschuhläufer sorgten auf dem Bundesplatz für malerische Weihnachtsstimmung. «Die Altjahrswoche war sensationell», sagt Theo Bertschi, der die Eisbahn auf dem Bundesplatz gemeinsam mit Jimy Hofer und Mario Imhof zum dritten Mal organisiert. In den Tagen zwischen Weihnachten und Neujahr sei die Eisbahn voll und die Beiz fast ausgebucht gewesen. «Es schien, als hätten sich viele Leute auf die Eisbahn gefreut», so Bertschi.

Zehn Tage vor Abschluss der Saison sieht es so aus, als würde die Eisbahn den Rekord von 40'000 Schlittschuhläufern vom Vorjahr egalisieren. In der Eisbahn-Beiz werden voraussichtlich wieder über 5000 Fondues gegessen. Der viele Schnee habe zu diesem positiven Ergebnis beigetragen, ist Bertschi überzeugt. Dennoch bleibe am Schluss wohl nur eine schwarze Null übrig.

Platzbedarf für Nationalbank

Sobald die Eisbahn weg ist, baut die Nationalbank ihr Gebäude am Bundesplatz um. «Dies drängt sich einerseits wegen des baulichen Zustands auf, anderseits haben sich die Nutzungsbedürfnisse verändert», erklärt Nationalbank-Sprecher Walter Meier. Ausserdem sind auch energietechnische Verbesserungen geplant. Die Bauarbeiten werden zweieinhalb bis drei Jahre dauern.

Eigentlich wollte die Nationalbank schon früher mit dem Bau beginnen, doch aus Rücksicht auf die Eisbahn habe man den Zeitplan angepasst, sagt Meier. Für die Bauinstallation muss die Strasse zwischen Bundesplatz und Nationalbank gesperrt werden. Das hat auch einen Einfluss auf die zahlreichen Veranstaltungen auf dem Bundesplatz. «Wir sind uns bewusst, dass es sich um einen wichtigen öffentlichen Platz handelt», betont Meier. Deshalb werde man das Ganze so schonend wie möglich behandeln. «Ohne Umstände lässt sich aber eine solche Baustelle nicht realisieren.»

Keine Garantien

Das Ziel der Stadt Bern ist es, sämtliche geplanten Veranstaltungen auf dem Bundesplatz durchzuführen, sagt Marc Heeb, Leiter der städtischen Orts- und Gewerbepolizei. Aber es wäre unseriös, jetzt anhand der Baupläne Garantien abzugeben. «Zuerst will ich sehen, wie die Baustelleninstallation vor Ort aussieht. Schliesslich organisieren wir die Veranstaltungen auf dem Bundesplatz, nicht auf dem Papier», so Heeb.

Cool bis zum Schluss

Das Unternehmertrio um Theo Bertschi verhandelt bereits mit der Stadt und der Nationalbank. «Unser Zelt kann nicht kleiner werden. Allenfalls wird der Durchgang zwischen Zelt und Eisbahn und die Eisbahn selbst etwas schmaler.» Doch es sei noch zu früh für Details der nächsten Saison. Zuerst hofft Bertschi noch auf zehn erfolgreiche Tage auf und neben dem Eis.

Das Wetter dürfte ihm zumindest teilweise in die Hände spielen. Die Prognosen sagen klirrende Kälte und Schnee bis zum Ende des Wintermärchens am 15.Februar voraus. Fehlt nur noch etwas Sonne.

Berner Zeitung

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