Bern

Restaurant Marzer ab Freitag wieder offen

BernIm Restaurant Marzer im Marzili werden am Freitag wieder die Herdplatten angemacht. Die neuen Betreiber wollen mit gehobener Küche nicht nur Leute aus dem Quartier, sondern auch kulturaffine Feinschmecker anlocken.

Die neuen Betreiber über Büne Hubers Werk als Menü, Bern als Kunstmekka und das Marzili-Quartier. Video: Claudia Salzmann

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Spargelsalat, auf Feuer geröstete Taube, Schafskäse mit Nüssen, Himbeerdessert mit Rosenblättern. Würde man den Song «W. Nuss vo Bümpliz» von Patent Ochsner als Mehrgangmenü interpretieren, könnte dies so auf dem Teller aussehen. Mit diesem Konzept wird am Freitag das Restaurant Marzer unterhalb des Marzili-Bähnchens wiedereröffnet. Seit mehr als einem Jahr ist der Marzer geschlossen. Nun hat dort die KG Gastrokultur übernommen, die vier weitere Restaurants in der Stadt Bern führt.

Das Marzer-Team will Kulinarik mit Kultur verbinden. Damit meint Naima Borchert, die Betriebsleiterin, dass die Menüs jeweils an das Gesamtwerk eines Berner Kunstschaffenden angelehnt sind. Den Anfang macht eben Büne Huber, dessen Musik jedes Kind kennt. «Aber es kann auch mal ein Buch, ein Bild oder eine CD sein», erklärt Andrea Adamina, Borcherts Stellvertreterin. Sie selber kommt aus dem Schauspiel und beschreibt das angestrebte Ziel: «Wir haben den Eindruck, dass öfters in der Haute Cuisine die Menüs nicht in Erinnerung bleiben.» Mit einer Geschichte zu den Gängen wollen die Betreiber einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Borchert und Adamina sind Quereinsteigerinnen ohne einen Hotelfachschulabschluss, dafür mit einigen Jahren Gastroerfahrung. «Wir können uns hier genug Zeit für das Essen und die Gäste nehmen, weil unser Lokal familiär ist», sagt die 27-jährige Borchert. Man wolle eine hohe, aber bezahlbare Gastronomie leben. Ein Fünfgänger wird 76 Franken kosten. Damit wolle man aber mehr als nur die Leute aus dem Quartier anlocken.

Eher Gemüse als Schlachtplatte

In der Marzer-Küche wird Kay Veitlbauer mit zwei weiteren Köchen stehen. Der gebürtige Deutsche machte seine Kochlehre im Schwarzwald, kam über Stationen in Berlin und Hamburg vor fünf Jahren in die Schweiz. Bis vor kurzem war er immer in 5-Stern-Hotels, darunter auch im Berner Kursaal, angestellt. «Mir gefällt aber besser, dass man in kleinen Betrieben mit flachen Hierarchien etwas sofort umsetzen und so kreativer sein kann», sagt der 34-Jährige.

Nicht alle Gäste haben das gleich offene Ohr für Geschichten und Ausführungen zu Gerichten und Weinen. Wenn also jemand nicht zuhören mag, weil das Essen vor ihm langsam erkaltet, was passiert dann? Borchert verspricht: «Wir werden hier auf alle eingehen und spüren, ob jemand mehr wissen oder einen Abend zu zweit bei einem guten Essen verbringen will.»

An welches Werk von Büne Huber sich das erste Marzer-Menü anlehnen wird, darüber halten sich die Betreiber bedeckt. So viel sei verraten: Es kommt eher das Album «Gmües» als die «Schlachtplatte» infrage, da vegetarische Küche und Fleischküche gleichberechtigt behandelt werden. Hauptsache, es wird nicht der Song «Füdlifinger Fritz» sein. (Berner Zeitung)

Erstellt: 06.11.2017, 16:15 Uhr

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