Maria und die junge Muslimin

Stadt Bern

Eine Frau trägt Schleier: Was bei Maria aus der Bibel selbstverständlich ist, erregt bei einer Muslimin im hiesigen Alltag Argwohn.

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Stephan Künzi

So stellt man sich Maria im Krippenspiel vor: eine junge Frau im bodenlangen roten oder weissen Mantel und mit einem langen blauen Schleier auf dem Kopf, der neben den Haaren auch die Schultern und zuweilen sogar die Brust bedeckt.

Und so begegnet man einer Muslimin im Linienbus von Bern nach Ostermundigen: einer jungen Frau in einem dezenten Rock, um den Kopf ein hell­blaues Tuch, das die Haare, die Schultern, den Hals und eben auch die Brust ­bedeckt.

Wurzeln im Orient

Doch während so kurz vor Weihnachten kaum einer länger darüber nachdenkt, wie Maria im vertrauten Ensemble mit Josef, Ochse, Esel und natürlich dem Jesuskind auftritt, zieht die junge Muslimin sofort den einen oder anderen misstrauischen Blick auf sich. Zu hitzig verläuft in dieser von Überfremdungs- und Terrorängsten geplagten Zeit der Disput rund um das Kopftuch: Wie angebracht ist es, sich über dieses umstrittene Kleidungsstück so offensichtlich als Angehörige des Islam zu identifizieren? Und sich so vom hiesigen, christlich geprägten Umfeld abzugrenzen?

Berner Zeitung

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