Zum Hauptinhalt springen

Marazzi zieht nach Köniz

Die Marazzi Generalunternehmung AG verlässt das steuergünstige Muri und verlegt ihren Hauptsitz ins Zentrum von Köniz. Die 100 Büroarbeitsplätze werden dort im Neubau der Mutterfirma Losinger angesiedelt.

In diesem neuen Bürokomplex der Mutterfirma Losinger in Köniz werden bald auch die Marazzi-Angestellten arbeiten.
In diesem neuen Bürokomplex der Mutterfirma Losinger in Köniz werden bald auch die Marazzi-Angestellten arbeiten.
Urs Baumann

Die 1972 gegründete Marazzi Generalunternehmung AG verlässt in den nächsten Wochen Muri, wo sie seit zwanzig Jahren ihren Hauptsitz hat. Sie zieht mitten ins Könizer Zentrum, an die Sägestrasse 76. Die 100 Angestellten verlagern spätestens Anfang 2010 ihren Arbeitsplatz.

Die Firma Marazzi ist schweizweit tätig. Als Generalunternehmerin plant und erstellt sie schlüsselfertige Bauwerke: Wohn- und Bürogebäude, Industrieanlagen und multifunktionelle Komplexe wie das Berner Wankdorfstadion oder der Basler St.-Jakob-Park. Prominentestes aktuelles Projekt ist der Mobimo Tower in Zürich: In dem höchsten Hochhaus der Schweiz sind ein Hotel und exklusive Eigentumswohnungen geplant.

Unter einem Dach

Seit 2006 gehört Marazzi zur Losinger Construction AG, der Schweizer Tochtergesellschaft des internationalen Grossunternehmens Bouygues Construction. Diese Übernahme ist der einzige Grund für den Umzug. Denn an der Könizer Sägestrasse ist die Losinger Construction AG bereits mit 150 Arbeitsplätzen angesiedelt. Unter einem Dach zu arbeiten sei effizienter als an zwei Standorten, sagt Losinger-Kommunikationschef Alejandro Segovia: «Synergien ergeben sich zum Beispiel bei der Personal- und der Finanzabteilung.»

Steuern kein Kriterium

Wie viele Steuergelder Köniz gewinnt und Muri verliert, geben weder die Firma noch die Gemeinden bekannt. Fest steht: Die Marazzi Generalunternehmung AG wird künftig mehr Steuern zahlen. Dies habe bei der Wahl des neuen Firmensitzes keine Rolle gespielt, sagt Segovia. Köniz hat zurzeit noch einen Steuerfuss von 1,54, und Muri ist mit 0,99 Einheiten – nach Niederönz, Deisswil und Wiggiswil – Nummer vier im Kanton.

Ungewisse Zukunft

Was mit dem Gebäude an der Worbstrasse 46 in Muri geschieht, ist noch nicht bekannt. Es gehört Firmenmitgründer Bruno Marazzi. Dieser ist ein guter Steuerzahler und wohnt weder in Muri noch in Köniz, sondern in Bern (Steuerfuss 1,54).

Natürlich freut sich der Könizer Gemeindepräsident Luc Mentha (SP) über den Firmenzuzug. Als Hauptgrund für die Freude gibt er aber nicht die Finanzspritze für Köniz an. Sondern «die Sicherung der 100 Arbeitsplätze in der Region Bern». Denn in der gegenwärtig schwierigen wirtschaftlichen Situation zähle «jeder Job, der erhalten werden kann». Dass sich eine weitere schweizweit operierende Firma in Köniz niederlasse, zeige, wie attraktiv die Gemeinde als Unternehmensstandort sei, sagt Mentha. Und verweist auf die gute ÖV-Erschliessung und die von der Sägestrasse aus gut erreichbare Autobahn.

Saxer hofft auf Ersatz

Umgekehrt bedauert der Muriger Gemeindepräsident Hans-Rudolf Saxer (FDP) den Wegzug von Marazzi. Bei der Übernahme einer Firma müsse immer mit Umstrukturierungen gerechnet werden. Diese seien oft mit einem Standortwechsel verbunden. Aber auch Saxer blickt über die Gemeindegrenzen hinweg und sagt: «Für mich ist entscheidend, dass die Arbeitsplätze in der Region Bern bleiben.»

Der Muriger Gemeindepräsident hofft nun, dass der bald verlassene Marazzi-Firmensitz rasch durch andere Unternehmen belegt wird. Schliesslich handle es sich um ein modernes Gebäude an einem guten Standort.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch