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Mader verbietet Aperto Alkoholverkauf

Das Personal in der Aperto-Filiale im Bahnhof Bern verkauft seit Jahren Alkohol an Jugendliche. Nun hat die Regierungsstatthalterin Regula Mader reagiert – und dem Geschäft für zwei Monate ein Alkoholverbot erteilt.

In der Aperto-Filiale im Bahnhof Bern hats zwei Registrierkassen. Neben beiden Kassen hängen Schilder, auf denen geschrieben steht: «Vom 20.Oktober bis 20. Dezember sind wir verpflichtet, keine alkoholischen Getränke zu verkaufen.» Die Begründung fehlt auf den Schildern. Recherchen bei der Gewerbepolizei und dem Regierungsstatthalteramt Bern haben ergeben: Das Personal verstösst seit Jahren gegen Jugendschutzbestimmungen und verkauft Alkohol an Jugendliche. Für Bier beträgt das gesetzliche Mindestalter 16 Jahre, für Spirituosen 18 Jahre.

Die Jugendlichen konsumieren die alkoholischen Getränke oft direkt vor dem Laden oder in der Bahnhofshalle. Die SBB hat bereits im Frühling auf die feuchtfröhlichen Zustände reagiert (siehe links).

Damit einem Geschäft ein Alkoholverbot erteilt wird, braucht es mehrere Verstösse. «In der Stadt Bern kam das bisher sehr selten vor», sagt Roland Thür, der stellvertretende Bereichsleiter bei der Gewerbepolizei. Und Regierungsstatthalterin Regula Mader ergänzt: «Es braucht relativ viel, bis wir ein Alkoholverbot aussprechen.» Denn diese Massnahme sei massiv. «Doch das Aperto wurde seit dem Jahr 2006 immer wieder verwarnt – ohne Erfolg.» Das Urteil sei mild ausgefallen. «Wir hätten das Alkoholverbot auf drei Monate ausdehnen können.» Jetzt bleibe dem Laden immerhin das Weihnachtsgeschäft.

Personal darf bleiben

«Wir sind schon vereinzelt bei Kontrollen hängen geblieben. Aber zu einem Bewilligungsentzug kam es in der Vergangenheit noch nie», sagt Andreas Hofer, CEO der Alimentana Sista Holding, zu der die Aperto-Kette gehört. An den Verstössen seien mehrere Angestellte beteiligt gewesen. «Wir haben Sanktionen ausgesprochen. Doch entlassen wurde niemand.»

Die Alkoholregale im Aperto wurden ausgeräumt. «Wir benutzen die Kühlregale, um Frischprodukte besser zu plazieren», sagt Andreas Hofer. Er bedauert die Umsatzeinbussen für die alkoholfreien Monaten. Über die Summe schweigt er. Doch er sagt: «Wir stehen hinter dem Jugendschutz und sind bestrebt, solche Vorfälle zu verhindern.» Bereits jetzt würde das Personal in Schulungen und auf Merkblättern über die Jugendschutzbestimmungen aufgeklärt. «Künftig führen wir Selbstkontrollen ein und intensivieren die Kommunikation.»

Keine Agent Provocateurs

Roland Thür von der Gewerbepolizei verweist darauf, dass bei den Kontrollen im Aperto keine sogenannten Agent Provocateurs eingesetzt wurden. Das sind Personen – in diesem Fall Jugendliche –, die von der Polizei extra losgeschickt werden, um in den Läden Alkohol zu kaufen. «Wir verzichten in der ganzen Stadt Bern auf diese Praxis», sagt Roland Thür. Kontrolliert würden lediglich jugendliche Kunden, die mit alkoholischen Getränken aus den Läden kommen. «Wegen der bisherigen Rechtsprechung des Bundesgerichtes ist es fraglich, ob Agent Provocateurs überhaupt legal sind», sagt Thür.

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