Loubegaffer: Patent Ochsner und ihre Anziehungskraft

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

Hat einen Lauf: Büne Huber, hier auf dem Gurten.

Hat einen Lauf: Büne Huber, hier auf dem Gurten.

(Bild: Keystone)

Im Theaterstück «No Ladies Please» spielt Corinne Thalmann (33) Lucy Walker, die 1871 als erste Frau das Matterhorn bestieg. Jetzt grüsst die Schauspielerin und künstlerische Leiterin des Berner Theaters Matte selber von ganz oben: Letzte Woche hat sie mit dem Zermatter Bergführer Samuel Anthamatten den Gipfel erklommen – im Rock wie damals Lucy Walker, allerdings mit zeitgemässerem Schuhwerk. Und mit Sonnencreme.

Als Schauspielerin kann sie keine Risiken eingehen wie der Sänger und «Büetzer» Gölä, der sich bei einem Videodreh auf der Jungfrau einen üblen Sonnenbrand geholt hat. Während der «Burning Man» der Zwilchhosen-Rockmusik zwei Wochen Zeit hatte, Schneeblindheit und Hautzerstörung auszukurieren, stand Thalmann am nächsten Tag wieder auf der Freilichtbühne am Riffelberg. Wir ziehen den Hut.

Den Hut ziehen die Loubegaffer auch vor der Berner Kapelle Patent Ochsner. Die Band um Frontmann Büne Huber kündigte kurz nach ihrem viel ­­beachteten Auftritt am Gurtenfestival an, dass sie im Oktober sechs Konzerte in der Mühle Hunziken in Rubigen spielen wird. Am Dienstag um 8 Uhr startete der Vorkauf – und bereits vor Mittag gingen sämtliche ­­Tickets über den elektronischen Ladentisch. Der «Ochsnermarathon», wie die Veranstalter den Konzertreigen ankündigten, wird also vor vollen Rängen stattfinden. Einzig für ein im Nachhinein angekündigtes Zusatzkonzert am 20. Oktober in der Mühle Hunziken gibt es noch Tickets.

Rollt Dürüms: Müslüm, hier auf dem Werbeplakat. Foto: Facebook

Ein Projekt mit offenerem Ausgang geht dagegen der Sänger, Schauspieler und Berner Lieblingsimmigrant Müslüm an. Ab dem 8. August verkauft er auf der Terrasse im ersten Stock des Berner Bahnhofs Dürüms – die gerollte Dönervariante, die er in einem seiner Songs besingt. Das Projekt ist eine Kooperation mit Tibits, dem vegetarischen Restaurant, das seit Neuerem neben dem Erdgeschoss auch den oberen Stock umfasst. Müslüms Dürüm werden deshalb vegetarisch sein, da kann die Kundschaft noch so «scharf mit alles» bestellen. Wer zusammen mit Müslüm Dürüms rollen möchte, findet auf der Tibits-Website ein Stelleninserat. Laut Müslüm soll der Stand sicher mal zwei Monate lang betrieben werden, danach schaue man weiter.

Von der Musik – und der Gastronomie – zum Film: Schon zu Zeiten, als die Berner Innenstadt noch voll war mit Kinos, war die Cinématte ein besonderer Ort. Neben einem schönen Kinosaal, wo man die sorgfältig ausgewählten Filme auch von einem Sofa oder vom Bistrotisch aus ansehen kann, ist der Ort an der Aare zudem eine Bar und ein Restaurant, das jeden Abend ein «Ausverkauft» wie die Mühle bei Büne verdient hätte. Seit Anfang Juli und noch bis zum 11. August ist im Cinématte täglich (ausser am 1. August) Sommer-Kino angesagt.

Unter den jeden Tag wechselnden Filmen sind nichts als Perlen, darunter etwa die Klassiker «I Hired a Contract Killer» (1990) des traurigen Finnen Aki Kaurismäki, «Casablanca» (1942) mit Humphrey Bogart und Ingrid Bergman oder «Betty Blue» (1986) mit Béatrice Dalle, nach einem Roman des grossen Philippe Djian, der früher regelmässig mit Stephan Eicher zusammengearbeitet hat. Womit wir wieder bei der Musik wären.

Berner Zeitung

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