Loubegaffer: Influencer, Bundesplatz-Picknick und die Büetzer Buebe AG

Bern

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und berichten, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

Ursula Wyss weist sich gegenüber der Polizei aus.

Ursula Wyss weist sich gegenüber der Polizei aus.

(Bild: zvg)

Influencer sind gemäss Wikipedia Personen, «die aufgrund ihrer starken Präsenz und ihres hohen Ansehens in einem oder mehreren sozialen Netzwerken als Träger für Werbung und Vermarktung infrage kommen». Nun werden übermorgen (natürlich) in Zürich die ersten Influencer-Awards verliehen.

Auch Bernerinnen und Berner sind nominiert: Die Ostermundiger Moderatorin Michelle Hunziker, Ex-Miss Schweiz Dominique Rinderknecht (sie ist zwar nicht Bernerin, aber als Partnerin des Berner Models Tamy Glauser oft in Bern unterwegs), die Musiker Lo & Leduc, Komiker Rash Sakem, Schwinger Remo Käser und Moderatorin Andrea Jansen. Die Loubegaffer pflegen keinen Social-Media-Kanal, sonst wären sie bestimmt auch nominiert worden.

Sie bezeichnet sich zwar selber nicht als Influencerin, ihre über 27'000 Follower versorgt sie auf Instagram aber dennoch regelmässig mit (Werbe-)News: Slavia Karlen, die unter anderem die Stadtgeflüster-Party im Wankdorf veranstaltet. Im Herbst wird man sie auch im TV sehen. Dann wird sie eine der Protagonistinnen der Sendung «Mini Schwiiz, dini Schwiiz» sein, die, wie schon mal, die Stadt Bern und ihre Quartiere thematisieren wird.

Influencer («Beeinflusser») im Wortsinn sind die Mitglieder des Stadtrats, die alle zwei Wochen die Weichen für die Stadtpolitik stellen. Am letzten Donnerstag verbrachten die meisten Stadträtinnen, einige Stadträte sowie Gemeinderätin Ursula Wyss (SP) die abendliche Sitzungspause picknickend auf dem Bundesplatz, um für den Frauenstreik am Tag darauf zu werben.

Spätestens als sich die Politikerinnen mit Transparent zum Gruppenbild versammelten, sah das Ganze aus wie eine Demonstration. Gegenüber der fix auf Platz erschienenen Polizeipatrouille gab sich Wyss laut mehreren Zeugen als Organisatorin zu erkennen – «zum Wohl des Stadtrats», wie Wyss später lachend erklärte, und obwohl sie erst kurzfristig von FDP-Stadträtin Barbara Freiburghaus eingeladen worden sei.

Laut Kantonspolizei tolerierte die Patrouille nach einem Gespräch die Aktion und meldete den Einsatz der Stadt. Ob das städtische Polizeiinspek­­torat Wyss nun ein Demomerkblatt schickt, nichts oder doch eine Vorladung? Die Loubegaffer bleiben dran.

Als Selbstständigerwerbender hat man es nicht immer einfach. Vor allem Künstlerinnen und Künstler können davon oft ein Lied singen. Zwei Musiker, die bisher erfolgreich ihre eigenen Brötchen verdienten, sind Gölä und Trauffer. Dennoch haben sich die beiden Mundartrocker entschlossen, ihre Einmannbetriebe aufzugeben und zusammenzuspannen.

Ihre Band, die Büetzer Buebe, ist aber ein Projekt, das weit über das Musikalische hinausgeht. Wie die Loubegaffer herausgefunden haben, ist der Bandname auch der Name einer neu gegründeten Firma, der Büetzer Buebe AG.

Gemäss Handelsregister vermarktet diese nicht nur die Musik der Rocker, sondern bezweckt auch den «Erwerb von Wald und Handel mit Holzrechten» sowie «Herstellung und Verkauf von Baumaschinen». Wirklich überrascht waren die Loubegaffer von dieser Nachricht nicht. Sie waren vor einigen Monaten zufällig dabei, als Gölä an einer CD-Promo sein liebstes Hobby verriet: «Am Sunntigmorge gangi aube go baggere.»

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt. stadtbern@bernerzeitung.ch

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