Loubegaffer: Fussball, Bier und abwesende Politiker

Die Loubegaffer schauen hin, hören zu und rapportieren, was unter den Berner Lauben zu reden gibt.

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Wanja Greuel freuts: Das YB-Tram fährt noch weiter.

(Bild: Beat Mathys)

Seit Anfang Juni kurvt das YB-Tram durch Bern. Geplant war der Betrieb für drei Monate. Nun haben die Loubegaffer erfahren, dass Bernmobil das Tram länger herumkurven lässt – weil YB in der neuen Saison nahtlos an die Meistersaison anknüpft. Das Tram wird uns noch so lange ­erfreuen, wie YB meisterlich spielt und europäisch engagiert ist. Also hoffentlich noch sehr lange! Das ist ein feiner Zug von Bernmobil-Direktor René Schmied und dürfte auch YB-CEO Wanja Greuel freuen.

Letzte Woche entdeckten die Loubegaffer auf dem «Spitz» Erich Vogel im Gespräch mit FC-Breitenrain-Donatorenpräsident Max «Hopp Breitenrain, hu!» Haller.

Auf dem «Spitz»: Max Haller im Gespräch mit Erich Vogel. Bild: PD

Später sahen sie den einstigen Fussballmanager Vogel beim Champions-League-Playoff-Spiel der Young Boys gegen Dinamo Zagreb auf der Medientribüne (!) im Gespräch mit einem der Degen-Zwillinge.

Ob es sich um Philipp oder David Degen handelte, können die Loubegaffer leider nicht mehr mit Gewissheit sagen. Schuld an der Gedächtnislücke ist das «Bier mit Spass», das seit dieser Saison bei europäischen Spielen ausgeschenkt wird. Früher gab es nur alkoholfreies Bier. Was für ein Skandal, dachte sich wohl GFL-Stadtrat Manuel C. Widmer, der sich laut Radio Energy Bern sechs Becher des «Biers mit Spass» gönnte, in der Annahme, es handle sich um alkoholfreien Gerstensaft. Schliesslich wankte er aus dem Wankdorf. Dabei stellen sich den Loubegaffern drei Fragen: Wer trinkt freiwillig sechs Becher alkoholfreies Bier? Wer merkt den Unterschied zwischen alkoholfreiem und alkoholhaltigem Bier nicht? Und wer geht mit dieser (peinlichen) Geschichte an die Medien?

Davon, dass sich Stadträtinnen und Stadträte dann und wann ein Gläschen gönnen, konnten sich die Loubegaffer am diesjährigen Stadtratsausflug überzeugen. Geladen hatte die höchste Stadtbernerin, Stadtratspräsidentin Regula Bühlmann (Grüne). Sie entschied sich für eine Reise nach Huttwil, wo sie aufgewachsen ist.

Sie lud zum Ausflug: Die höchste Bernerin Regula Bühlmann (Mitte). Bild: Thomas Peter

Regula Bühlmann war von Huttwil weggezogen, um sich im grossen Bern für die Frauenrechte einzusetzen, was sie jetzt beim Gewerkschaftsbund tut. In ihrer alten Heimat gibt es immer noch ein paar Dinge, die ihr missfallen. So heisst ein traditionsreiches Restaurant in Huttwil nach wie vor Zum Mohrenkönig: «Ich ­hoffe, dass dies eines Tages noch ändern wird», sagte die höchste Stadtbernerin. Am Ausflug dabei waren auch Stapi Alec von Graffenried (GFL), Schuldirektorin Franziska Teuscher (GB) und Finanz­direktor Michael Aebersold (SP). Abwesend waren hingegen Polizeidirektor Reto Nause (CVP) und Baudirektorin Ursula Wyss (SP). Letztere musste wohl das Publibike-Debakel managen und eine ihrer im Wochentakt stattfindenden Pressekonferenzen vorbereiten.

Apropos abwesend: Beim Eröffnungsfest des neuen Rosshäuserntunnels vom Samstag glänzte der kantonale Verkehrsdirektor Christoph Neuhaus mit Abwesenheit. Der Grund: Er ver- passte den Flug von Leipzig zurück in die Schweiz und musste deshalb in Deutschland übernachten. In Leipzig eröffnete er im Rahmen des «Schweizer Tags» eine neue Niederlassung des Münsinger Möbelherstellers USM. Den Flug verpasste der SVP-Regierungsrat, weil er im Verkehr stecken blieb. Ein Tipp: Der Kluge reist im Zuge.

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