Lola startet mit «Zero Waste»-Konzept

Bern

Als erster Shop in Bern startet der Lorraineladen in der Lorraine am Donnerstag mit unverpackten Lebensmitteln. Der Leiter Daniel König erklärt, wie es funktioniert.

Daniel König, Leiter des Lola-Ladens, über das neue Konzept, die Pionierrolle und Seifenstationen.
Claudia Salzmann@C_L_A

Am Donnerstag startet der Lorraineladen (Lola) an der Lorrainestrasse mit «Lola unverpackt». Kunden können dafür eigene Behälter mitbringen und so einen Teil zum Umweltschutz dazutun, indem sie Verpackungen meiden. «Ungefähr fünf Prozent unserer Produkte kann man unverpackt kaufen», erklärt Daniel König, Leiter des Lola-Ladens, hinter dem die Stiftung Contact steckt.

Die Idee dazu hatte König schon vor drei Jahren, damals aber keine Zeit für die Umsetzung. «Und damals habe ich noch nicht so daran geglaubt», gibt er zu. Nun aber ist er überzeugt. Die Resonanz aus dem Quartier sei gross, die Leute würden sich darauf freuen und seien hungrig darauf, weiss König.

Nicht nur für Nahrungsmittel

Ganz so neu ist die Idee auch im Lola nicht: «Wir hatten früher Flüssigseifen, die man auffüllen konnte. Direkt aus Kanister, was etwas handgestrickt war und wo auch zwischendurch etwas daneben ging», erinnert er sich. Auch dort hat er nun investiert: Als erster Laden schweizweit hat er eine Putzmittelauffüllstation, man müsse sich nicht mehr bücken und die Kanister würden nicht mehr überlaufen, weil es einen automatischen Überlaufschutz gibt.

Lola unverpackt, Lola Cola, Lola IPA Bier ohne Alkohol: Daniel König sorgt immer wieder für Neuigkeiten.

Auch Shampoo- und Zahnpastaverpackungen versucht er zu umgehen, indem er Seife und klinisch getestete Zahnputztabletten anbiete. Auf letztere schwört sogar er: «Ich putze seit vier Monaten so meine Zähne und es ist super.»

Was die Hygiene anbelange, sei diese Art einzukaufen unbedenklich, verspricht König. «Wir im Laden halten uns ans Lebensmittelgesetz und wenn die Gefässe unserer Kundschaft sauber sind, dann gibt es keine Probleme», so König. Wer seine Behälter gerade nicht dabei hat, kann auch bereitgestellte Gläser aus den Regalen gegen ein Depot benutzen.

Ab August folgt Palette

Getränke werden im Lola viel in Mehrweg- Glasflaschen verkauft, die von der Kundschaft zurückgebracht und dann bei den Abfüllern gewaschen und wieder aufgefüllt werden. Beim Wein wird selbst mit Glas gespart: Den verkauft König teilweise in sogenannten Bag-in-Box – Innenbeutel, die von einer Kartonkiste gestützt werden –, die die Umwelt weniger belasten würden.

Bisher ist niemand so weit mit einem «Zero waste»-Konzept in Bern. Im August soll auch in der Altstadt ein Laden von Palette mit einem ähnlichen Konzept eröffnet werden, die Initianten haben Ende Mai den Investitionsbeitrag auf der Crowdfundingplattform Wemakeit zusammenbekommen, wie sie auf Facebook schreiben.

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