Lösung für die Christophorus-Schule

Ostermundigen/Bern

Die Christophorus-Schule möchte ins ehemalige Burgerliche Jugendwohnheim in Bern ziehen. Falls es dort nicht klappt, ist auch ein Verbleib im Ostermundiger Rothus denkbar.

«Eine sehr gute Lösung»: Das ehemalige Burgerliche Jugendwohnheim.

«Eine sehr gute Lösung»: Das ehemalige Burgerliche Jugendwohnheim.

(Bild: Beat Mathys)

Die Verantwortlichen der Christophorus-Schule Bern (CSB) atmen auf. Im Sommer 2023 muss die heilpädagogische Tagesschule, in der 80 Kinder und Jugendliche mit teils mehrfacher Behinderung unterrichtet werden, das Ostermundiger Rothusschulhaus verlassen. Auf der Suche nach einem Ersatzstandort wurden über vierzig Liegenschaften geprüft, ehe sich nun eine geeignete Lösung ergeben hat: das ehemalige Burgerliche Jugendwohnheim im Melchenbühl.

Wie die CSB in einem Brief an Eltern und Freunde schreibt, wird der Entwurf des Mietvertrags mit der Burgergemeinde Bern demnächst bereinigt. Anfang 2019 soll der Vertrag unterzeichnet werden. In Kraft tritt er allerdings nur, falls der Kanton, der die Schule finanziert, dem Kredit für die Miet- und Investitionskosten zustimmt. Dieser Entscheid wird erst im Herbst 2019 gefällt. «Wir sind zuversichtlich, dass es klappt», sagt Co-Schulleiter André Engel.

2023 – oder früher?

Engel spricht von einer «sehr guten Lösung» für die Christophorus-Schule. Das Areal im Melchenbühl sei zentral gelegen und gut an den öffentlichen Verkehr angebunden. Die ruhige Umgebung komme den Kindern und Jugendlichen der CSB sehr entgegen, der grosszügige Umschwung ebenfalls.

«Die ruhige Umgebung und der grosszügige Umschwung sind gut für die Kinder.»André Engel?Christophorus-Schule Bern

Bevor die Schule im ehemaligen Burgerlichen Jugendwohnheim einziehen kann, sind noch bauliche Anpassungen nötig. Nach dem Finanzierungsentscheid im Herbst 2019 bleibe genügend Zeit für diese Arbeiten, erklärt Engel. So könne die Schule spätestens 2023 – oder allenfalls bereits früher – umziehen.

Doppelt so viel Miete

Die Gemeinde Ostermundigen hatte den Mietvertrag mit der Christophorus-Schule gekündigt, weil sie das Rothusschulhaus selbst benötigt. Die CSB wehrte sich vor Gericht gegen die Kündigung und erreichte eine Fristerstreckung bis 2023. Kritik kam auch aus dem Ostermundiger Parlament, das den Gemeinderat aufforderte, die Schulraumplanung zu überdenken und der CSB einen neuen Mietvertrag für das Rothus zu unterbreiten. Laut Gemeinderat Henrik Schoop (FDP) wird dies in den nächsten Tagen geschehen.

Im neuen Mietvertrag schlägt die Gemeinde einen Bruttomietzins von 850'000 Franken vor. Heute zahlt die CSB 360'000 Franken pro Jahr. Dieser Zins sei so tief, weil seinerzeit niemand das Schulhaus habe mieten wollen, sagt Schoop. Jetzt benötige man den Platz aber selber, weshalb man mit 850'000 Franken einen marktüblichen Mietzins vorschlage.

Anderthalb Monate Zeit

Die CSB hat bis Ende Januar Zeit, zur Offerte der Gemeinde Stellung zu nehmen. «Wir haben das Angebot noch nicht erhalten und können uns daher noch nicht dazu äussern», sagt André Engel vorsichtig. Man kann das so interpretieren: Die Christophorus-Schule setzt auf die Lösung im Melchenbühl. Falls dort alle Stricke reissen, könnte das Rothus wieder eine Option werden.

Berner Zeitung

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