Bern

Loeb putzt sich heraus

BernIm Loeb in der Stadt Bern sind mehrere Etagen neu gestaltet worden. Damit will sich das Warenhaus fit für die Zukunft machen.

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Wer während seines Einkaufs ein dringendes Bedürfnis verspürt, wähnt sich auf der Toilette des Loeb-Warenhauses ein bisschen wie in einem Fünfsternhotel. Sanfte Musik ertönt im WC, die Hände trocknet man mit weichen Frotteehandtüchern. Ob Mann oder Frau: Auf beiden «Örtchen» steht ein Wickeltisch bereit. Die Toilettenanlage im fünften Stock des 1881 gegründeten Warenhauses ist nur eine von zahlreichen Neuerungen, welche die Kundschaft seit gestern erwartet.

Mehr Kundennähe

Bereits im Frühling und im Sommer wurden der 4. und 5. Stock umgebaut, es folgte die Neugestaltung des Parterres. Dabei scheint sich auf den ersten Blick nicht viel verändert zu haben. Parfümerie, Bijouterie – alles wie gehabt. Die einzelnen Shops sind nun aber noch mehr als früher «modulartig zusammengestellt», erklärt Walter Sammali (50), Leiter Warenhaus Bern. Das Ziel: mehr Kundennähe. Zum Abschluss der ersten Umbauphase wurde gestern das aufgefrischte Parterre mit seinen «Shops in Shops» pünktlich zum Weihnachtsgeschäft wieder eröffnet.

«Wir wollen, dass sich die Kundinnen und Kunden bei uns wie zu Hause fühlen», sagt Sammali. Die Kundschaft soll selber spüren und riechen können, «etwas, das man nicht kann, wenn man nur einfach etwas online bestellt». In Zukunft sollen Gastgeberinnen die Kunden empfangen und sie in die gewünschte Abteilung führen. Dort gibt es dann einen Kaffee oder ein Glas Wasser. «Damit können wir uns von der Onlinekonkurrenz abheben», sagt Sammali.

320 Kinder im Kinderhort

Besonders stolz ist Sammali auf die erwähnten Toiletten und den Kinderhort im fünften Stock. Hier können Eltern ihre Sprösslinge für bis zu drei Stunden betreuen lassen, damit Mami und Papi in Ruhe einkaufen können. «Allein im Oktober waren schon 320 Kinder im Hort – ohne dass wir das Angebot beworben haben», sagt Sammali. «Die Neuerungen brauchen Platz, aber den geben wir der Kundschaft gern», betont der Loeb-Chef. 

Auch ein kleines Stillzimmer inklusive Mikrowelle gehört zum Wohlfühlprogramm. Ein Vorhang schützt die Privatsphäre der Mutter und des Kindes.

Nähcafé und Eventküche

Loeb möchte der Kundschaft ein Erlebnis bieten, oder eher ein «Erloebnis», wie Sammali dies mit einem Augenzwinkern formuliert. In der nächsten Umbauphase, die Anfang 2019 startet, entsteht ein hauseigenes Änderungsatelier. Dort können sich die Kunden künftig ihre Hosen kürzen lassen, während sie im Nähcafé einen Kaffee geniessen. An speziellen Arbeitsplätzen stehen auch Nähmaschinen dazu bereit, Änderungen selbst durchzuführen oder einen Nähkurs zu besuchen. Ebenfalls neu ist die grosse Showküche, in der in Zukunft regelmässig Events stattfinden sollen.

Wenn das Haupthaus in Bern ab September 2019 komplett saniert ist, sind die Warenhäuser in Thun und in Biel an der Reihe. Insgesamt steckt Loeb 20 Millionen Franken in die Erneuerung. Damit soll das Traditionshaus fit für die Zukunft sein. «Loeb ist eine Institution. Die Familie Loeb glaubt auch weiterhin an das Warenhaus und möchte die Tradition wahren», sagt Sammali. (Berner Zeitung)

Erstellt: 09.11.2018, 08:04 Uhr

Artikel zum Thema

Luma übernimmt im Loeb

Bern Per Oktober übernimmt das Schaffhauser Unternehmen Luma Delikatessen die Metzgerei im Loeb. Später soll auch ein Restaurant fürs Mittagsgeschäft im Laden entstehen. Mehr...

Cappuccino gegen Bitcoins im Loeb

Wer bei Energy Kitchen im Loeb einen Kaffee trinken will, kann diesen jetzt mit der digitalen Währung Bitcoin bezahlen. Der Berner IT-Dienstleister Puzzle ITC leistet Pionierarbeit. Mehr...

Fit getrimmter Loeb schreibt Gewinn

Trotz anhaltenden Drucks auf den Detailhandel hat Loeb im letzten Jahr wieder Gewinn gemacht. ­Zudem zeigt sich langsam, wie das Berner Haupthaus nach dem Umbau aussehen wird. Mehr...

Marktplatz

Immobilien

Kommentare

Blogs

Sweet Home Zeit, sich ums Esszimmer zu kümmern

Tingler Schreiben Sie Tagebuch?

Die Welt in Bildern

Kein Ball aber viel Rauch: Der Fussballer Tyler Roberts von Wales steht beim Spiel gegen Dänemark in Cardiff im Dunstkreis von einer Fan-Fackel. (17. November 2018)
(Bild: Matthew Childs) Mehr...