Linke fordern die Einführung von Vulva-Tagen

Bern

Während den Vulva-Tagen soll die sexuelle Selbstbestimmung der Frau und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem weiblichen Geschlechtsteil gefördert werden.

<b>Hat die Motion zu den Vulva-Tagen</b> letzte Woche im Berner Stadtrat eingereicht: Zora Schneider (Partei der Arbeit, Archivbild).

Hat die Motion zu den Vulva-Tagen letzte Woche im Berner Stadtrat eingereicht: Zora Schneider (Partei der Arbeit, Archivbild).

(Bild: Adrian Moser)

«Die Scham», «das da unten», «After vorne»: Mehrere Stadträtinnen und ein Stadtrat aus verschiedenen linken Parteien finden, dass die Gesellschaft nach wie vor oft Mühe damit habe, das weibliche Geschlechtsorgan zu benennen.

Dies ist nur einer von mehreren Gründen, warum sie sich deshalb dafür entschieden haben, im Berner Stadtrat eine Motion zur Einführung von sogenannten Vulva-Tagen einzureichen.

Die Unterzeichnenden fordern, dass sich Bern während mehrerer Tage im Jahr mit der Vulva der Frau auseinandersetzen soll – an Podien, Lesungen, Vorträgen und Aktionen. Thematisiert werden sollen dabei Themen wie Lust, Funktionsweise der Vulva und Vagina, Gewaltprävention, Prostitution, Pornographie und Sexualität. Auch die künstlerische Auseinandersetzung mit der weiblichen Sexualität solle nicht zu kurz kommen.

Es gehe darum, die «körperliche Ganzheit und Würde von Frauen» sicherzustellen, heisst es in einer Medienmitteilung der PdA (Partei der Arbeit).

Pornos als Problem

Ausschlaggebend für das Einreichen der Motion sei aber nicht nur die oft mit der Vulva verbundene Scham gewesen, sondern auch die Veröffentlichung eines Aufklärungsbuches, in dem das Hauptlustorgan der Frau, die Klitoris, gefehlt habe.

Problematisch finden die Motionäre insbesondere auch die Darstellung der Vulva in der Mainstreampornographie: «Viele Pornodarstellerinnen lassen sich ihre inneren Schamlippen operativ entfernen, um der Idee einer möglichst kindlich aussehenden Vulva gerecht zu werden», heisst es im Communiqué.

Dies fördere eine verbreitete Unsicherheit bei Frauen, ob sie «da unten» auch wirklich schön seien und sei ein Grund für die rasante Zunahme von Schönheitsoperationen an Vulva und Vagina.

Die InitiantInnen wollen mit der Motion nach Filmproduktionen wie «Die göttliche Ordnung» oder «Female Pleasure» einen eigenen Beitrag zur «Lebenslust und Entkrampfung» leisten und haben den Zeitpunkt der Einreichung bewusst zeitnah zum morgen Freitag stattfindenden internationalen Frauentag gewählt.

Die Motion wurde letzte Woche im Berner Stadtrat eingereicht von Zora Schneider (PdA), Erstunterzeichner sind Angela Falk (AL), Tabea Rai (AL), Patrizia Mordini (SP) und Mohamed Abdirahim (Juso).

chh/pd

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