Likör, Kaffee und Öl aus der alten Kaserne

Keine der Einsprachen in der ehemaligen Feuerwehrkaserne wurde weitergezogen, was den Weg frei für die Zwischennutzungen freimacht. Das freut nicht nur den Vereinspräsidenten.

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Claudia Salzmann@C_L_A

Vier Jahre soll die Zwischennutzung «Alte Feuerwehr Viktoria» in der ehemaligen Feuerwehrkaserne an der Viktoriastrasse dauern, acht Monate davon sind vergangen. Jetzt geht es endlich einen Schritt vorwärts: Wie «Journal B» berichtete, wurde keine der acht Einsprachen, die im Sommer eingingen, weitergezogen, und die Baubewilligung ist damit nun rechtskräftig.

Das bestätigt auch Manfred Leibundgut, Präsident des Vereins «Alte Feuerwehr Viktoria»: «Das Rechtsamt der kantonalen Bau- , Verkehrs- und Energiedirektion bestätigte am Montag, dass keine Beschwerden eingegangen seien», sagt Leibundgut. Er ist sich sicher, dass dies vertraulichen Gesprächen zwischen ihnen und den Einsprechern zu verdanken sei.

Zuschauen bei «Rohrohroh»

Nun können drei Projekte starten: Das eine ist die Ölmühle und Trocknerei von Cédric Wüthrich. «Ich wollte kein Risiko eingehen, deshalb habe ich mit dem Umbau gewartet», sagt der 44-Jährige. Derzeit produziert er in der Brunngasse, im 4. Stock, wo er alles hinauftragen muss.

Hier in der alten Feuerwehr Viktoria plant er eine Schau-Ölerei, wo die Leute zuschauen und auch von seinen 25 Ölen und den Trockenprodukten kaufen können. Auch will er Seminare zu Ernährung und Ölen durchführen.

Noch ist die 125 Quadratmeter grosse Fahrzeughalle leer, aber ab April will Wüthrich hier produzieren. Der gelernte Bauzeichner hat schon im Kopf, wie es dereinst aussehen soll und die Maschinen warten auch auf die Installation. «Hier kann ich dank der Platzverhältnisse effizienter produzieren», freut er sich. Sein Geschäft «Rohrohroh» befindet sich im 7. Geschäftsjahr, ist jeweils samstags am Markt in der Münstergasse vertreten und der Absatz steigt laut seinen Angaben jährlich um rund 10 Prozent. Die Räume an der Brunngasse wird er verlassen. 

10'000 Flaschen Ingwerer verkauft

Das zweite Projekt ist die Kaffeebrennerei von Adrianos Bar & Café. «Wir durften nun acht Monate lang Vorfreude auf das Projekt haben, jetzt geht es los», freut sich Sascha Müller von Adrianos. Nächste Woche werde der Kamin installiert und nach der Abnahme startet die Brennerei den Betrieb. Müllers Ziel ist es innert zwei Wochen loszulegen.  

Das dritte Projekt ist die Likörproduktion Ingwerer von Peppe Jenzer und Simon Borchardt. In der ehemaligen Autowaschanlage wollen sie Produktion, Lager und Büros vereinen. Bisher war das Lager bei der Monbijoubrücke und produziert wurde im Café Kairo in der Lorraine. «Alles an einem Ort zu haben, gibt uns etwas Lebensqualität zurück», sagt Jenzer. Seit Sommer 2013 produzieren sie den Ingwer Likör und haben 2015 10’000 Flaschen verkauft.

Löscher länger offen

Damit seien es laut Leibundgut nun 18 Projekte, die laufen. Noch sind nicht alle Räume der 3000 Quadratmeter grossen Kaserne vermietet: Zwei Räume im Erdgeschoss und acht in den Untergeschossen seien noch frei. «Jetzt, wo wir besser planen können, werden wir unsere 8-seitige Warteliste konsultieren», erklärt Leibundgut.

Unabhängig der Beschwerden gibt es auch im Restaurant Löscher Änderungen: «Sobald wie uns möglich, werden wir jeweils an sechs Tagen und bis nach Mitternacht geöffnet haben», sagt This Dauwalder, der den Löscher gemeinsam mit Cécile Rüegg leitet. Nebst ihnen sind auch Eva Blöchlinger und Maruska Houdjik in der Küche tätig, letztere haben bis letzten Frühling in der Turnhalle gekocht.

Im Juli starteten sie mit Plättchen und seit Anfang Jahr schöpfen sie aus dem Vollen: Jeweils mittags und abends gibt es Menüs. «Wir wollten nicht mit fertigem Konzept anfangen, sondern hören, was das Quartier braucht», so Dauwalder.

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