Zum Hauptinhalt springen

«Light»-Variante für Schutz des Mattequartiers wird geprüft

590'000 Franken hat das Stadtparlament gestern zusätzlich bewilligt, damit eine 3.Variante für den Schutz der Matte vor Hochwasser vertieft geprüft werden kann. Die Umsetzung der Massnahmen verzögert sich damit.

Wenn das Wasser kommt, muss die Matte geschützt werden. Doch wie? Drei Varianten werden nun auf den gleichen Stand gebracht.
Wenn das Wasser kommt, muss die Matte geschützt werden. Doch wie? Drei Varianten werden nun auf den gleichen Stand gebracht.
Tomas Wüthrich

Einig sind sich die Stadtregierung und das Stadtparlament in einem Punkt: Das Mattequartier soll besser vor Hochwasser geschützt werden. Wie dieser Schutz allerdings bewerkstelligt werden soll, darüber gehen die Meinungen weit auseinander.

Vor ziemlich genau einem Jahr hat der Gemeinderat entschieden, die Variante «Objektschutz» weiter zu bearbeiten und die Liegenschaften an der Aare mit einer sechs Kilometer langen Sandsteinmauer sowie unterirdischen Verbauungen vor eindringendem Wasser zu schützen. Eine knappe Mehrheit des Stadtrats jedoch verlangte letzten Mai, dass der Gemeinderat zusätzlich eine abgespeckte Version dieser Variante – den «Objektschutz light» – vertieft prüfen solle.

BDP/CVP gegen 3.Variante

Damit alle drei noch zur Debatte stehenden Varianten (siehe Kasten) auf den gleichen Stand gebracht werden können, ist ein zusätzlicher Planungskredit in Höhe von 590'000 Franken nötig. Diesen hat der Stadtrat gestern mit 60 zu 6 Stimmen gesprochen. Insgesamt 5,78 Millionen werden nun in die Ausarbeitung der möglichen Varianten gesteckt. Gegen den Zusatzkredit und damit gegen die Prüfung einer dritten Variante wehrte sich nur die Fraktion BDP/CVP: «Unzählige Varianten sind bereits seriös untersucht worden. Es ist nicht nötig, noch ein Projekt auszuarbeiten», sagte Edith Leibundgut. Die 3.Variante sei ein «Flickwerk». Punktuelle Verbauungen würden die Matte nicht nachhaltig vor Hochwasser und nicht vor eindringendem Grundwasser schützen. Es gehe zudem nicht an, von den Mättelern zu verlangen, sich mit Überschwemmungen zu arrangieren und «einfach einen Bodenlumpen hervorzunehmen».

Ur-Mätteler für 3.Variante

Ur-Mätteler Jimy Hofer dagegen setzte sich für die Prüfung der vereinfachten und günstiger geschätzten Lösung ein: «Damit sind wir auf dem richtigen Weg.» Bis zu einem gewissen Punkt könne jedenfalls er sich mit Hochwasser abfinden. «Mit 30 Zentimetern Wasser im Betrieb kann ich heute leben», sagte er scherzhaft. Die Befürworter der «Light»-Variante plädierten für Verhältnismässigkeit: «Die Studie soll zeigen, wie man mit einem möglichst wenig sichtbaren Eingriff die Matte aus der roten Gefahrenzone holen kann», sagte Dolores Dana (FDP).

Die Prüfung der zusätzlichen Variante verzögert die Umsetzung um zirka anderthalb Jahre.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch