Lichtblick für das Alpine Museum

Eine zusätzliche halbe Million bis 2022: Der Nationalrat hat am Donnerstag einer Erhöhung des jährlichen Bundesbeitrags fürs Alpine Museum zugestimmt. Das letzte Wort hat der Ständerat.

Mit dem Zusatz von 530'000 Franken könne sich seine Stätte nun auch neu als Netzwerk positionieren, sagt Museumsdirektor Beat Hächler.

Mit dem Zusatz von 530'000 Franken könne sich seine Stätte nun auch neu als Netzwerk positionieren, sagt Museumsdirektor Beat Hächler.

Stefan von Bergen@StefanvonBergen

Beat Hächler, dem Museum des Alpinen Museums in Bern, ist am Donnerstagmorgen ein Stein vom Herzen gefallen. «Wir sind extrem erleichtert, dass der Nationalrat so deutlich einer Aufstockung unseres Budgets und dadurch der Rettung unseres Museums zugestimmt hat», freut er sich.

Der Nationalrat hat nämlich an seiner Session eine Erhöhung des Bundesbeitrags an die Berner Ausstellungsstätte mit 122 gegen 68 Stimmen akzeptiert. 530'000 zusätzliche Franken soll das innovative Berg-Kompetenzzentrum bis 2022 jährlich erhalten – sofern am Montag auch der Ständerat zustimmt.

In der vorberatenden Finanzkommission (Fiko) des Nationalrats war die Beitragserhöhung noch knapp 13 gegen 12 unterlegen. Die bürgerlichen SVP- und FDP-Vertreter in der Fiko widersetzten sich einer Erhöhung, weshalb diese heute als Minderheitsantrag zur Diskussion stand.

Der Berner BDP-Nationalrat Heinz Siegenthaler, der am Rednerpult den Minderheitsantrag verfocht, freut sich: «Vorher noch skeptische bürgerliche Nationalräte anerkennen nun doch die identitätsstiftende Kraft der Berge und die Wichtigkeit des Museums, das die Welt der Berge mitten in die Bundesstadt bringt.»

Mehr als ein Jahr hat Direktor Hächler nun um den Fortbestand des Alpinen Museums gebangt, seit das Bundesamt für Kultur im Sommer 2017 seinen Beitrag um 750‘000 auf bloss noch 250‘000 Franken kürzte. Der Entscheid des Nationalrats korrigiert nun die Vergabepolitik des Bundesamts für Kultur. Dieses hätte die 2010 für einen Neustart des Museums gewährte Aufstockung des Budgets wieder rückgängig gemacht. Der Gesamtbeitrag des Bundes an das Museum wird neu bei 780'000 Franken liegen.

Anfang September hat das Bundesamt die Berner Institution immerhin von der Kategorie der Museen in jene der nationalen Netzwerke umgeteilt und ihr dadurch wieder die Möglichkeit gegeben, zusätzliche finanzielle Mittel zu beantragen. «Mit dem Zusatz von 530'000 Franken können wir uns nun wirklich neu als Netzwerk positionieren», sagt Beat Hächler.

Den Museumsdirektor freut insbesondere, dass der Entscheid des Nationalrats so deutlich ausgefallen ist. «Das ist mehr als bloss ein finanzpolitisches Votum, es ist eine Legitimation unserer Arbeit und ein Bekenntnis aller Parteien und dadurch des Bundes zu unserem Museum», sagt Beat Hächler.

In der Tat hat die Mehrheit der FDP-Vertreter und auch eine ansehnliche Minderheit von SVP-Vertretern aus Bergregionen sich für das Museum ausgesprochen. Dessen nationale Bedeutung war durch das kultur- und finanzpolitische Hickhack des letzten Jahres in Frage gestellt. Der Entscheid des Nationalrats schafft nun Klarheit.

Am Montag muss sich noch der Ständerat zur Beitragserhöhung äussern. Die Chancen, dass er zustimmt, stehen gut. Dessen Finanzkommission hat nämlich der beantragten Summe schon deutlich mit 8 gegen 3 Stimmen zugestimmt. «Die letzte Hürde im Ständerat ist weniger hoch als es die zweitletzte Hürde im Nationalrat war», glaubt Beat Hächler. Denn in der kleinen Kammer habe die regionale Perspektive der Bergkantone mehr Gewicht.

Berner Zeitung

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