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Letzte Runde fürs «Lückebüesserli»

Am Samstag beginnt fürs «Lückebüesserli» die letzte Saison. Danach ziehen die Behörden dem Beizli in Muri den Stecker.

Weil der Gastrobetrieb sich nicht mit der Schutzzone vereinbaren lässt, geht es für das «Lückebüesserli-Betreiber» nach diesem Winter nicht mehr weiter.
Weil der Gastrobetrieb sich nicht mit der Schutzzone vereinbaren lässt, geht es für das «Lückebüesserli-Betreiber» nach diesem Winter nicht mehr weiter.
Urs Baumann

Ein Schwatz bei knisterndem Feuer, dazu ein Glühwein, eine warme Suppe oder ein Würstchen vom Grill: Das alles konnte man in den letzten Jahren jeweils in den Wintermonaten täglich am Aareufer in Muri haben. Möglich machte es das «Lückebüesserli». 2012 rief eine Handvoll Freiwilliger das Winterbeizli ins Leben, um auf dem Uferabschnitt eine gastronomische Versorgungslücke zu schliessen. Diese hatte dort geklafft, weil das Fähribeizli in der kalten Jahreszeit jeweils geschlossen blieb.

Das winterliche Provisorium auf dem Wehrliau-Parkplatz entwickelte sich bei den vielen ­Aarespaziergängern und Hündelern schnell zur beliebten Adresse. Bald einmal ergänzten die Betreiber die kleine Buvette mit einem Zelt, später gar mit einem Holzhäuschen – bis es dem Regierungsstatthalter zu bunt ­wurde und er den Hobbybeizern letzten Herbst die Bewilligung entzog. «Der Rahmen wurde gesprengt», lautete die Begründung. Die Gemeinde Muri sprang in die Bresche und bot den Betreibern kostenlos einen Alternativstandort im Muribad an.

Gemeinde winkt ab

Dort ist das «Lückebüesserli» auch diesen Winter wieder stationiert – allerdings zum letzten Mal. Wie die «Lokalnachrichten» berichten, ziehen die Behörden dem Beizli danach definitiv den Stecker. Der Grund: Der Gastrobetrieb lässt sich nicht mit der Schutzzone vereinbaren, die auf diesem Uferabschnitt mit seinem Auengebiet von nationaler Bedeutung gilt.

Zwar gibt es an diesem Standort im Sommer auch das Badirestaurant. Es wird aber professionell geführt, ist saisonal beschränkt und somit legitim. Eine ganzjährige Nutzung würde laut Gemeinde hingegen eine Abänderung des Uferschutzplans Aare erfordern, was wiederum Kosten von 10'000 Franken verursachen würde – Geld, das die Gemeinde nicht aufbringen will, zumal allfällige Einsprachen gar eine Volksabstimmung nötig machen würden. «Aufgrund des beschränkten Nutzerkreises kann ein Verfahren zu finanziellen Lasten der Gemeinde nicht unterstützt werden.»

Letzter Hoffnungsschimmer

Bei den Betreibern, die am Samstag in die neue und demnach auch letzte Saison starten, herrscht wegen des bevorstehenden Endes Tristesse. «Ich bin enttäuscht von der rigorosen Gesetzesauslegung», sagt Doris Schöni vom Verein «Lückebüesserli». Sie hält die Vorschriften für unverhältnismässig. «Private Initiativen werden so leider immer schwerer umsetzbar.» Ihr tue es vor allem für ihre Gäste leid, zu denen auch Menschen gehörten, die einsam durch das Leben gingen. «Für viele von ihnen waren wir in den dunklen Wintermonaten jeweils eine Art Heimat.»

Ganz aufgegeben hat die 78-Jährige noch nicht. «Ich will mit einer Unterschriftensammlung beweisen, wie beliebt das Angebot ist.» Und vielleicht könne man sogar die 10'000 Franken für das Planänderungsverfahren irgendwie zusammenbringen. «Ich weiss aber schon», sagt Schöni, «dass das ziemlich unwahrscheinlich ist.» Und so dürfte das provisorische Beizli im kommenden Februar nach acht Wintern verschwinden – und sich am Aareufer wieder eine Lücke auftun.

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