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Leseratten finden hier genug Stoff

Am Sonntag feiert die Gemeindebibliothek Wohlen ihren 25.Geburtstag. Trotz Internet und E-Books habe das Buch eine Zukunft, ist deren Leiterin Marie-Louise Stadler-Seiler überzeugt. Das lässt sich die Gemeinde auch etwas kosten.

Marie-Louise Stadler beim Regal mit den Büchern von Federica de Cesco. Deren Werke sind ein Dauerbrenner in der Gemeindebibliothek.
Marie-Louise Stadler beim Regal mit den Büchern von Federica de Cesco. Deren Werke sind ein Dauerbrenner in der Gemeindebibliothek.
Stefan Anderegg

Globi, Harry Potter und die «Warrior Cats» sind die Favoriten bei den kleinen und jugendlichen Leseratten. Die Erwachsenen vertiefen sich in Krimis, Thriller und Biografien. Oder sie leihen sich Koch- und Gartenbücher aus. Die Wohler Gemeindebibliothek hat für jeden Geschmack etwas im Angebot. «Unsere Kunden kommen aus allen Altersgruppen», sagt Marie-Louise Stadler-Seiler, seit über 20 Jahren Bibliotheksleiterin.

Ende August 1988 wurde die Bibliothek in Hinterkappelen eröffnet. Damals gab es in der Gemeinde Wohlen bereits mehrere Schulbibliotheken. Für die Erwachsenen existierte hingegen kein solches Angebot. «Es war eine Zeit, in der viele Gemeindebibliotheken eröffnet wurden», erinnert sich Marie-Louise Stadler. Heute zählt die Bibliothek gut 1000 Benutzerinnen und Benutzer. Deren Zahl sei in den letzten Jahren konstant geblieben, so Stadler.

Immer aktuell

Wer in der Wohler Bibliothek einen Klassiker wie von Goethe oder Gotthelf sucht, hat einen schweren Stand. «Diese Titel werden kaum ausgeliehen. Wir haben nur wenige davon in unseren Regalen», sagt Marie-Louise Stadler. Das Grundangebot orientiert sich an den SAB-Richtlinien (Schweizerische Arbeitsgemeinschaft der allgemeinen öffentlichen Bibliotheken). Auch die Bestsellerliste der Buchhändler spielt eine wichtige Rolle. «Wir müssen aktuell sein. Die Leser sind darauf sensibilisiert», sagt die gelernte Buchhändlerin Stadler. So wurde nach der Autobiografie von Urs Widmer bereits gefragt, bevor diese überhaupt erschienen war. Von solchen Bestsellern werden jeweils bis zu vier Exemplare gekauft.

Der Bestand wird etwa alle 10 Jahre erneuert. Welche Medien neu aufgenommen werden, entscheidet das vierköpfige Bibliotheksteam. Jede Mitarbeiterin widmet sich einer bestimmten Sparte. Dabei werden auch Anregungen und Wünsche der Kunden berücksichtigt.

Diskussionen wegen Kosten

Die Bibliothek wird bei der Wohler Budgetdiskussion immer wieder thematisiert. Im letzten Jahr betrug der Deckungsgrad bei einem Aufwand von 285'000 Franken und einem Ertrag von 45'000 Franken knapp 16 Prozent. 2010 lag er bei fast 20 Prozent. So fragt die SVP Wohlen auf ihrer Internetseite, ob es noch zeitgemäss sei, wenn jede Gemeinde eine eigene öffentliche Bibliothek führe. Und ob es nicht sinnvoller wäre, wenn sich Wohlen einer regionalen Bibliothek anschliesse.

Für Gemeindeschreiber Thomas Peter ist klar, dass ein solches Angebot nicht selbsttragend sein kann. Er erinnert gleichzeitig daran, dass sich die Bevölkerung schon mehrmals zur ihrer Bibliothek bekannt habe. Beispielsweise bei der Initiative für neue und grössere Räume vor acht Jahren. Die Gemeindebibliothek führe ein gutes und breites Angebot und erhöhe die Attraktivität der Gemeinde, betont Thomas Peter.

Leiterin Marie-Louise Stadler erwähnt, dass der Kostendeckungsgrad höher sei im Vergleich mit anderen Bibliotheken. Die Leiterin ist überzeugt, dass trotz E-Book, Tablets oder Internet auch in Zukunft Bücher gelesen werden: «Es ist etwas Sinnliches, ein Buch in der Hand zu halten.»

Jubiläumsfeier 25 Jahre Gemeindebibliothek Wohlen am Sonntag, 1.September, um 17 Uhr, an der Dorfstrasse 2 in Hinterkappelen. Der Schauspieler Peter Bamler liest Texte zum Thema «Weshalb lesen?», musikalisch begleitet vom Ensemble Praliné bleu.

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