Lebensretter an fast jeder Ecke

Bern

An gut frequentierten Orten in Stadt und Region Bern installiert das Inselspital Defibrillatoren. So sollen mehr Menschen, die einen Herzinfarkt erleiden, gerettet werden können.

Inselspital und Herzstiftung möchten, dass wenn möglich überall im Kanton Bern künftig Defibrillatoren an gut frequentierten Stellen vorhanden sind. (Symbolbild)

Inselspital und Herzstiftung möchten, dass wenn möglich überall im Kanton Bern künftig Defibrillatoren an gut frequentierten Stellen vorhanden sind. (Symbolbild)

(Bild: Keystone)

Markus Ehinger@ehiBE

Pro Jahr sterben gegen 22'000 Menschen in der Schweiz an Krankheiten des Kreislaufsystems. Dabei verursacht der Herzinfarkt die meisten Todesfälle. Durch schnelles Erkennen der Notfallsituation und unverzügliche Erste Hilfe – auch von Laien – könnten mehr Menschenleben gerettet werden. Hier setzt das gestern vom Inselspital und von der Schweizerischen Herzstiftung lancierte Projekt «Bern Heart» an.

Die Idee: Verteilt auf dem ganzen Stadtgebiet sowie in der Agglomeration Bern, sollen Defibrillatoren installiert und sogenannte First Responder ausgebildet werden, welche diese Geräte bedienen können. Im Emmental funktioniert dieses System bereits gut. Derzeit sind im Einzugsgebiet des Spitals Emmental 210 ausgebildete Laienhelfer im Einsatz.

Bis jetzt drei Partner

Beim Projekt «Bern Heart» machen der Loeb, das Hotel Schweizerhof Bern sowie die Stadt Bern mit. Wenn beispielsweise im Warenhaus Loeb ein Kunde kollabiert, wissen die First Responder, wo sich ein Defibrillator befindet. «Durch ein internes Alarmierungssystem ruft man einen Helfer, der den Patienten betreuten kann», erklärt Starherzchirurg Thierry Carrel.

Das Projekt soll Schritt für Schrit ausgeweitet werden. Carrel hofft auf weitere Partner, etwa in der Wankdorf-City. «Dort werden in Zukunft Tausende Leute arbeiten.» Deshalb werde man sicher mit den Verantwortlichen Kontakt aufnehmen. Das Inselspital will mit dem Projekt «Bern Heart» nicht zuletzt seinen Ruf als Kompetenzzentrum für Herzerkrankungen festigen.

Freiwillige Ausbildung

Mit an Bord ist aufseiten der Stadt vorerst die Finanzdirektion von Gemeinderat Alexandre Schmidt (FDP). Das mache Sinn, da er als Finanzdirektor auch oberster Immobilienverwalter und Personalverantwortlicher der Stadt sei. «Unsere Mitarbeiter sollen freiwillig an den Defibrillatoren ausgebildet werden», sagt Schmidt. Die Geräte könnten in Schulen, Kitas oder anderen frei zugänglichen Gebäuden installiert werden. Wie viele Defibrillatoren in Stadt und Region zum Einsatz kommen und was sich das Inselspital das Projekt kosten lässt, wird nicht kommuniziert.

Berner Zeitung

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