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Lasziv und ausgelassen in die Sommernacht

Düster, dröhnend, durchdringend: Am Freitagabend feierte das englische Synthie-Pop-Trio Depeche Mode gemeinsam mit 39'000 Fans einen der ersten lauen Abende des Jahres.

Maria Künzli
Dave Gahan, Frontmann der englischen Band Depeche Mode,
Bewegliches Bühnentier:
Dave Gahan, Frontmann der englischen Band Depeche Mode,
Das Publikum liess sich im nicht ganz ausverkauften  Stade de Suisse von  den 80er-Hits mitreissen.
So sieht Begeisterung aus:
Das Publikum liess sich im nicht ganz ausverkauften Stade de Suisse von den 80er-Hits mitreissen.
Das Konzert fand im Stade de Suisse in Bern statt.
Das Konzert fand im Stade de Suisse in Bern statt.
Das Wetter bot perfekte Temperaturen für den Konzertabend.
Das Wetter bot perfekte Temperaturen für den Konzertabend.
Sänger David Gahan riss die Fans in Bern mit.
Sänger David Gahan riss die Fans in Bern mit.
Die britische Band Depeche Mode spielte am Freitagabend im Stade de Suisse in Bern.
Die britische Band Depeche Mode spielte am Freitagabend im Stade de Suisse in Bern.
Sänger David Gahan in seinem Element.
Sänger David Gahan in seinem Element.
Gitarrist Martin Gore auf der Bühne im Stade de Suisse.
Gitarrist Martin Gore auf der Bühne im Stade de Suisse.
David Gahan und seine Band begeisterten das Publikum in Bern.
David Gahan und seine Band begeisterten das Publikum in Bern.
Fans jubelten am Depeche-Mode-Konzert im Stade de Suisse.
Fans jubelten am Depeche-Mode-Konzert im Stade de Suisse.
Das 13. Studioalbum «Delta Machine» erschien im März 2013.
Das 13. Studioalbum «Delta Machine» erschien im März 2013.
Sänger David Gahan im Stade de Suisse.
Sänger David Gahan im Stade de Suisse.
Der Name der Band basiert auf dem Namen des französischen Modemagazin «Dépêche Mode».
Der Name der Band basiert auf dem Namen des französischen Modemagazin «Dépêche Mode».
Depeche Mode spielten im Stade de Suisse vor 39'000 Zuschauern.
Depeche Mode spielten im Stade de Suisse vor 39'000 Zuschauern.
Die Wurzeln der Band gehen zurück auf das Jahr 1976.
Die Wurzeln der Band gehen zurück auf das Jahr 1976.
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Nein, man kann sich Dave Gahan nicht entziehen. Cool lasziv schlendert der 51-Jährige auf die Bühne. Er hat noch keinen Ton gesungen, und schon liegt ihm das ganze Stade de Suisse zu Füssen. Seine Begrüssung folgt musikalisch: «Welcome to My World» des aktuellen Albums «Delta Machine». Willkommen in der Welt von Depeche Mode: Da türmen sich düstere, elektronische Klangwände auf, da dröhnt die Gitarre manchmal nahe an der Schmerzgrenze, da ist Dave Gahans Stimme: leidend, aber nie larmoyant, immer noch kraftvoll, immer noch jede Faser durchdringend.

Hüftkreisend

Depeche Mode, gestern zum ersten Mal im Stade de Suisse, sind gerade als Liveband ein sicherer Wert: Dave Gahans Bühnenpräsenz kommt auch in den hintersten Reihen des Berner Stadions an. Vor 39000 Zuschauern fegt der Frontmann über die Bühne, kreist cool die Hüften (sein Markenzeichen) und wirkt genauso fit wie vor zwanzig Jahren. Dabei performt er seine Mitmusiker natürlich an die Wand, aber gerade das macht das Trio eben auch aus: Vorne tobt das Bühnentier Gahan, flankiert vom schüchternen bleichblonden Gitarristen Martin Gore und Andy Fletcher, Mr. Bewegungslos hinter dem Keyboard. Songschreiber Martin Gore darf zwar auch ein paar seiner Songs präsentieren – Dave Gahan gönnt sich derweil hinter der Bühne eine Pause –, aber sein wimmerndes Vibrato vermag ein voll besetztes Stadion einfach nicht recht zu packen. Es sind die langweiligsten Momente des Konzerts.

Mit frischem Gilet erscheint Dave Gahan wieder auf der Bühne. Der glitzernde Hauch von Nichts wird wie sein Vorgänger nicht lange zugeknöpft bleiben. Es folgt das schleppende, melancholische «Heaven», der eindringlichste Song des neuen Albums. Depeche Mode spielen an diesem Abend zwar einige neuere Songs, aber natürlich wartet das Publikum auf die grossen 80er- und 90er-Hits – und es bekommt sie auch (fast) alle. Bei Klassikern wie «Enjoy the Silence», «Personal Jesus» oder «Walking in My Shoes» löst sich die Masse unter dem blauen Berner Abendhimmel aus dem gemütlichen Wippmodus, tanzt nun richtig, singt nun laut.

Wortkarg

Viel mehr als «Thank you» und «Come on» sagt Dave Gahan an diesem Abend nicht. Lieber dreht er dem Publikum hin und wieder den Rücken zu, blickt über seine rechte Schulter zurück und wirft ihn nochmal in die Menge, diesen fordernden, lasziven Blick. Natürlich wird er stets mit tosendem Applaus erwidert. Nein, man kann sich Dave Gahan nicht entziehen.

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