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Lastwagenfahrer verurteilt

Ein Berufschauffeur ist am Strafgericht in Tafers unter anderem wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Er war mit dem Lastwagen auf eine Autokolonne aufgefahren, wobei eine Person getötet und zwei verletzt worden sind.

Der Unfall hatte sich am 27. August 2007 auf der Strecke Gurmels–Düdingen ereignet. Der Lastwagenfahrer schloss in Schiffenen zu einer Fahrzeugkolonne auf und übersah dabei, dass die Autos vor ihm wegen eines Traktors das Tempo verringern mussten. Der Camion fuhr in der Folge nahezu ungebremst mit rund 80 km/h auf den hintersten Personenwagen auf und drückte diesen gegen das voranfahrende Auto. Beim Unfall sind drei Personen verletzt worden. Die Beifahrerin des hintersten Autos, eine 81-jährige Frau, verstarb kurze Zeit später.

Weiterer Unfall

Der heute 35-jährige Chauffeur musste sich vor dem Strafgericht des Sensebezirks unter anderem wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung sowie grober Verletzung der Verkehrsregeln verantworten. Weil er knapp drei Monate später mit 1,72 Promille im Blut einen Selbstunfall verursacht hat, wurden ihm auch hier eine Verletzung der Verkehrsregeln und Fahren in angetrunkenem Zustand zur Last gelegt.

Der Fahrer bestritt sein Fehlverhalten nicht. Der Unfall sei in einem Moment der Unaufmerksamkeit geschehen, erklärte er bei der Befragung durch Gerichtspräsident Peter Rentsch. Nach dem Passieren des Blumenfeldes Etter habe er noch einen Kontrollblick in den Rückspiegel geworfen. Er sagte auch aus, dass er den Traktor an der Spitze der Kolonne nicht gesehen habe, weil dieser hinter der nächsten Kurve gewesen sei.

In einer schwarzen Phase

Was den zweiten Vorfall betrifft, so erklärte er, er habe sich nach dem Unfall in einer schwarzen Phase befunden. Er war entlassen worden, nachdem ihm der Führerausweis für fünf Monate entzogen worden ist. Und seine Grossmutter – etwa im gleichen Alter wie das Unfallopfer – ist gestorben und seine Freundin hat ihn verlassen, weil auch sie als Kind durch einen solchen Verkehrsunfall einen Elternteil verloren hatte. Freunde hätten ihn damals zum Ausgang überredet. «Ich bedauere, was passiert ist. Es hätte nie passieren dürfen», erklärte der Mann. Nach dem Unfall habe er Antidepressiva nehmen müssen, weil er immer wieder die Bilder des Unfalls vor Augen hatte.

Die Vertreterin der Staatsanwaltschaft forderte eine bedingte Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 70 Franken sowie eine Busse von 1000 Franken. Für sie war der Tatbestand der fahrlässigen Tötung erfüllt. Was die Verletzungen des Fahrers des ersten Autos betrifft, so plädierte sie für eine einfache fahrlässige Körperverletzung, aber für eine grobe Verletzung der Verkehrsregeln.

Vom Leben hart bestraft

«Ein kurzer Moment der Unaufmerksamkeit genügte, um sein Leben und das der Opfer nachhaltig zu verändern», hielt Verteidiger Markus Meuwly fest. Er wies darauf hin, dass solche Momente jedem Autofahrer widerfahren könnten, jedoch nicht immer mit solchen fatalen Folgen. «Er lebt jeden Tag mit der Belastung, den Tod eines Menschen verursacht zu haben.»

Sein Mandant sei vom Leben bereits hart bestraft worden, sei aber bereit, auch die strafrechtlichen Konsequenzen zu tragen. Was die Verletzung der Verkehrsregeln betrifft, so plädierte Meuwly für einen einfachen Verstoss. «Er hat sich weder rücksichtslos noch bedenkenlos verhalten.» Als schuldmindernde Argumente brachte der Anwalt vor, dass das Fahrzeug in Ordnung war, der Fahrer weder übermüdet noch alkoholisiert war und dass er vorher 14 Jahre unfallfrei unterwegs gewesen war. Der Verteidiger plädierte für eine bedingte Geldstrafe von 60 Tagessätzen à 50 Franken sowie eine Busse von 800 Franken.

Das Gericht folgte weitgehend den Anträgen der Staatsanwaltschaft und verurteilte ihn zu einer bedingten Geldstrafe von 75 Tagessätzen à 70 Franken, sowie einer Busse von 1000 Franken. In der Begründung hielt der Gerichtspräsident fest, es sei unbestritten, dass der Mann nicht genügend aufmerksam gewesen war. «Er hat die Kolonne gesehen, und es ist für einen Berufschauffeur erstaunlich, dass er diesem Umstand zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt hat.» Es sei deshalb unverständlich, dass er trotz Kolonne derart schnell weitergefahren sei.

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