Bern

Lagerweg: Die Odyssee geht weiter

BernDer Eigentümer des Hauses am Lagerweg 12 in der Berner Lorraine wehrt sich gegen den kürzlich erteilten Bauabschlag.

Der Eigentümer des Hauses am Lagerweg 12 wehrt sich und die Gegner des städtischen Bauprojektes auf der Nachbarparzelle (im Bild) fordern wieder einmal Übungsabbruch.

Der Eigentümer des Hauses am Lagerweg 12 wehrt sich und die Gegner des städtischen Bauprojektes auf der Nachbarparzelle (im Bild) fordern wieder einmal Übungsabbruch. Bild: Beat Mathys

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Es hätte für beide Seiten aufgehen können: Der Eigentümer des ehemaligen Bordells am Lagerweg 12 legte ein Baugesuch vor, das auf verschiedene Ausnahmebewilligungen angewiesen war. Auf diese durfte er spekulieren, weil die Stadt, die auf der angrenzenden Parzelle am Centralweg 15 bauen will, von ihm ein Näherbaurecht für ihr «Baumzimmer»-Projekt brauchte. Doch es kam anders: Vor zwei Wochen verfügte das Bauinspektorat den Bauabschlag (wir berichteten).

Diesen Entscheid zieht der Eigentümer mit einer Beschwerde an die kantonale Bau-, Verkehrs- und Energiedirektion weiter. Die bemängelten Fragen seien mit den Behörden «erörtert und umfassend begründet» worden, heisst es in der Beschwerde. In diesen Gesprächen sei «eine einvernehmliche Lösung im Sinne der Gewährung der gegenseitigen Näherbaurechte» vereinbart worden. Dass nun die gleiche Stadt, die auf der Nachbarpar-zelle bauen will, den Bauabschlag verfügt habe, «lässt darauf schliessen, dass damit eine Besserstellung des eigenen Projekts beabsichtigt ist».

«Nicht mehr zu retten»

Naheliegend ist vor diesem Hintergrund zudem der Schluss, dass der Eigentümer des Lagerwegs 12 alle Möglichkeiten ausschöpfen wird, das Bauprojekt am Centralweg zu behindern. Einsprache gegen das Baugesuch der Stadt jedenfalls hat er gemacht. Dieses Gesuch ist derzeit beim Regierungsstatthalter sistiert, weil die Situation um das Centralweg-Projekt derart verworren ist. Immerhin gab der Statthalter kürzlich dem Gemeinderat recht, der in Eigenregie den Bauklassenplan am Centralweg so geändert hatte, dass die Stadt kein Näherbaurecht mehr benötigt.

Doch auch diese Sache ist noch nicht gegessen. «Der Gemeinderat missbraucht seine Kompetenz, geringfügige Bauklassen­änderungen nicht dem Stimmvolk vorzulegen, um ein eigenes Projekt zu retten», sagt Catherine Weber vom Verein Läbigi Lorraine (VLL). Der Verein prüfe derzeit, ob er seine Beschwerde gegen die Änderung des Bau­klassenplans weiterziehen will. Schliesslich fordert der VLL den Gemeinderat zum wiederholten Mal auf, die ganze Übung abzubrechen. «Es wäre ein Zeichen von Grösse, wenn die Behörden einsehen würden, dass sich das Centralweg-Projekt nicht mehr retten lässt», sagt Weber. (hae/BZ)

Erstellt: 27.01.2016, 07:55 Uhr

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