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Lässige Tote

Vom Ölbild zur Skulptur, zwischen Abgrund und Humor: Im Schloss Wyl sind Arbeiten des Berner Künstlers Ted Scapa aus allen Schaffensperioden ausgestellt.

Stefanie Christ
Skelette im Schloss: Gemälde von Ted Scapa.
Skelette im Schloss: Gemälde von Ted Scapa.
Christian Pfander

Eigentlich wollte die Steinmann-Stiftung das Schloss Wyl einst dem Kunstmuseum Bern als Dependance zur Verfügung stellen – schliesslich kämpft die Institution seit Jahren mit Platzproblemen und sucht nach neuer Ausstellungsfläche. Die Kooperation kam zwar nicht zustande, doch die geknüpften Bande zwischen dem Museum und der Schlossstiftung blieben bestehen und fruchten nun in der Ausstellung «Ted Scapa und sein Werk».

Diese wurde vom ehemaligen Museumsdirektor Matthias Frehner kuratiert, der dem Berner Cartoonisten Scapa bereits 2016 eine Retrospektive im Kunstmuseum Bern ausgerichtet hatte.

Klar und kräftig

Während eines ganzen Jahres liefert die Ausstellung in den Schlossgemächern und Turmzimmern Einblick in das viel­seitige Schaffen des 87-jährigen Künstlers. Bekannt ist Scapa für seine reduzierten Illustrationen, und auch für seine Ölgemälde und Skulpturen benötigt er keine ausladende Geste, um einen Punkt zu machen.

Neuere Bilder bilden einen wahren Totenkopfreigen, bei dem der Humor trotz düsterer Grundstimmung nicht zu kurz kommt: Hier lehnt ein Skelett gar lässig an ein Grabkreuz, dort posiert ein Paar mit einer Skelettkatze.

Farben und Konturen sind stets klar und kräftig, wie auch bei den Skulpturen, für die Scapa Fischen schon mal Menschenbeine wachsen lässt. Abgrund und Humor treffen auch auf dem Ausstellungsflyer zusammen, der selbstredend von Scapa selbst stammt: Düstere Wolken (oder gar Rauchschwaden?) umgarnen das Schloss, das mit zwei leuchtend roten Herzen auf dem Dach interessierten Besucherinnen und Besuchern den Weg weist.

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