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Kurden protestierten lautstark in Bern

Am Mittwoch zogen zwischen 200 und 300 Personen von der Berner Schützenmatte zum Bundesplatz, um gegen den türkischen Militäreinsatz in Syrien zu demonstrieren. Eine Splittergruppe nahm den Bahnhof in Beschlag.

Auch viele Frauen gingen auf die Strasse.
Auch viele Frauen gingen auf die Strasse.
Franziska Rothenbühler
Die Stimmung blieb friedlich.
Die Stimmung blieb friedlich.
Franziska Rothenbühler
Eine Splittergruppe blockierte vor dem Bahnhof Bern kurzzeitig den Verkehr.
Eine Splittergruppe blockierte vor dem Bahnhof Bern kurzzeitig den Verkehr.
Michael Bucher
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Seit dem Einmarsch der Türkei in Nordsyrien finden in der Schweiz täglich Kundgebungen und Protestaktionen statt. Auch in Bern zogen am Mittwochnachmittag erneut geschätzt 300 Kurdinnen und Kurden durch die Stadt, um die hiesige Bevölkerung lautstark auf die dramatische Situation in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.

Ein kurdischer Demoteilnehmer sagte, es seien Kurden aus der ganzen Schweiz hierfür nach Bern gereist. Nach einem friedlichen rund halbstündigen Marsch von der Schützenmatte via Waisenhausplatz landeten die Demonstrierenden kurz nach 16 Uhr auf dem Bundesplatz. «Türkische Armee raus aus Kurdistan!» und «Hoch die internationale Solidarität!», wurde beständig Richtung Bundeshaus geschrien.

Ein kleiner Teil des Demozuges marschierte im Anschluss auf den Bahnhofplatz, wo während zehn Minuten mittels Sitzstreik der Verkehr blockiert wurde. Danach löste sich auch diese Splittergruppe in der Bahnhofhalle auf. Die dezent im Hintergrund präsente Polizei liess die Demonstranten gewähren, obwohl für den Protestumzug keine Bewilligung der Stadt vorlag.

Zu kurzfristig angesetzt

Den Grund, warum die Demonstration nicht bewilligt war, nennt Marc Heeb, Co-Leiter des städtischen Polizeiinspektorats: «Die Veranstalter kamen zu kurzfristig auf uns zu.» Aus sicherheitstechnischen Gründen bräuchten die Behörden eine gewisse Vorlaufzeit.

Heeb sagt weiter, die Stadt werde derzeit regelrecht überschwemmt mit Gesuchen für Spontandemos. Dass nicht jede bewilligt werden kann, bedauert er, so handle es sich beim kurdischen Protest doch um ein «legitimes Anliegen».

Bereits letzten Freitag fand in Bern ein bewilligter kurdischer Protestmarsch statt, dieser führte zur US-Botschaft. Und am Dienstagabend gab es zwei weitere bewilligte Kundgebungen. Letztere wurden laut Heeb von Kurden aus Zürich und der Westschweiz organisiert. «Wir stehen derzeit in regem Austausch mit kurdischen Gruppierungen», sagt Heeb, diese Gespräche würden jeweils sehr gut verlaufen.

Kurz vor 17 Uhr löste sich die Demonstration schliesslich auf. Die Kantonspolizei Bern begleitete die Kundgebung, hielt sich aber im Hintergrund. Die Stimmung blieb friedlich.

Etwa 50 Demonstrierende skandierten am Treffpunkt Parolen.

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