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Kuppel auf dem Haus der Religionen sorgt für Ärger

Die Moschee im Haus der Religionen soll als Wahrzeichen eine Kuppel erhalten. Islamkritiker sehen dadurch das Minarettverbot verletzt.

Mittagsgebet in der Moschee im Haus der Religionen.(Archivbild)
Mittagsgebet in der Moschee im Haus der Religionen.(Archivbild)

Mitte Mai war im «Anzeiger der Region Bern» die Baupublikation für eine rund 3,5 Meter hohe Kuppel mit einer kleinen Spitze auf dem Haus der Religionen in Bern erschienen. Der Muslimische Verein, der dort eine Moschee betreibt, möchte die Kuppel direkt über dem Haupteingang der Moschee errichten. Die Kuppel soll mit einer Lichtinstallation bis jeweils 23 Uhr moderat beleuchtet werden. Die Einsprachefrist läuft noch bis am 17. Juni.

Die Baupublikation rief SVP-Stadtrat Henri-Charles Beuchat auf den Plan, der auf Twitter umgehend Details zum Baugesuch publizierte. Beuchat will gegen das Projekt Einsprache einlegen.

Eine Kuppel mit einem Minarett zu vergleichen «ist irrational», sagte Imam Mustafa Mehmeti am Mittwoch in der Sendung «Heute Morgen» von Schweizer Radio SRF. «Wenn jemand Mühe hat, einen Unterschied zwischen einer Kuppel und einem Minarett zu machen, ist das genauso, wie wenn jemand nicht zwischen Ameisen und Elefanten unterscheiden kann.»

Auch beim Egerkinger Komitee um den Solothurner SVP-Nationalrat Walter Wobmann ist man auf die Kuppel aufmerksam geworden. Das Komitee stand hinter der Volksinitiative gegen den Bau von Minaretten, die das Schweizer Stimmvolk im Jahr 2009 mit 57,5 Prozent annahm.

«Ich empfinde das Ganze als eine gewisse Provokation oder eine Machtdemonstration gegenüber der Schweizer Bevölkerung, wenn man jetzt im Kleinen wieder anfängt, solche Minarette zu bauen», sagte Wobmann gegenüber Schweizer Radio SRF. Er will das Thema in der Sommersession des Nationalrats anlässlich der Fragestunde aufs Tapet bringen.

Dialog der Kulturen

Im Berner Haus der Religionen sind acht Religionsgemeinschaften zuhause und praktizieren das Zusammenleben unter einem Dach. Die Institution hat sich dem Dialog der Kulturen verschrieben.

Auf dem Flachdach des Gebäudes wäre die Kuppel nicht das einzige religiöse Symbol, denn dort ist seit der Eröffnung des Hauses auch die Spitze eines hinduistischen Tempels zu sehen. Die Kuppel der Muslime war ursprünglich auch geplant, wurde dann aber mangels finanzieller Mittel zunächst nicht realisiert.

SDA/mb

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