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«Kunstmuseum soll Aufwand nicht anderen überlassen»

Nächste Woche entscheidet das Kunstmuseum, ob es das Gurlitt-Erbe antritt. Der renommierte Kunstrechtsexperte Andrea Raschèr kritisiert die Kommunikationspolitik des Kunstmuseums Bern.

Was läuft hinter der Fassade? Das Kunstmuseum Bern hält sich seit Monaten bedeckt – Experte Raschèr findet das Schweigen «befremdlich».
Was läuft hinter der Fassade? Das Kunstmuseum Bern hält sich seit Monaten bedeckt – Experte Raschèr findet das Schweigen «befremdlich».
Urs Baumann
Entschiedene Ansichten: Experte Andrea Raschèr  (53).
Entschiedene Ansichten: Experte Andrea Raschèr (53).
Dominik Landwehr/zvg
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
...sowie von Marc Chagall lagerten neben Müll in der Wohnung von Cornelius Gurlitt.
Keystone
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Herr Raschèr, empfehlen Sie dem Kunstmuseum Bern, das Gurlitt-Erbe anzunehmen? Andrea F.G.Raschèr: Empfehlungen erhält das Museum derzeit genug. Ich will mich auch nicht an den Spekulationen und an der emotionsgeladenen Polemik beteiligen...

Sondern? Die Sache nüchtern analysieren. Wichtig ist, dass wir die Fakten festhalten: Die Sammlung Gurlitt umfasst rund 1600 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken – der Grossteil liegt in Bayern, der kleinere Teil in Salzburg. Fakt ist auch, dass die Sammlung Teile von Raubkunst und sogenannter «entarteter Kunst» enthält. Die Sammlung stammt von Hildebrand Gurlitt, der zu den wichtigsten Kunsthändlern des Dritten Reichs gehörte. Als Schlüsselfigur in Kunstfragen wusste er genau um die kriminellen Umstände der Herkunft mancher Werke. Vater wie Sohn Gurlitt profitierten direkt von den Raubzügen der Nazis.

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