Kung Fu Burger schliesst

Ende April schliesst das Kung Fu Burger sein Stadtberner Lokal. Nicht alle der 25 Angestellten verlieren ihren Job.

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Claudia Salzmann@C_L_A

«Schniposaco» – Schnitzel, Pommes, Salat und Coca-Cola – war vor ungefähr zehn Jahren das Schweizer Nationalmenü schlechthin. «Heute hat der amerikanische Burger das Schnipo abgelöst», sagt Urs Messerli, der als Gastroberater in Bern tätig ist. Heute braten sogar Punkteköche Burger, sogar in Pizzerias wird der Burgerliebhaber fündig, und auch Veganer haben ihre Version erfunden.

Als das Kung Fu Burger an der Speichergasse vor sechs Jahren aufmachte, war das Lokal mit seinem Angebot allein auf weiter Flur. Das Lokal brummte, und die Berner Szene infiltrierte es als ihren Treffpunkt. Damit ist Ende April Schluss, wie Arci Friede von der Bonsoir GmbH sagt.

Diese pachtet das Lokal seit 2013. «Wir schliessen nicht nur, weil jeder Burger verkauft», sagt Friede. Am Schluss seien es zahlreiche Gründe, beispielsweise die fehlende Terrasse im Sommer. Im Winter brumme der Betrieb, im Sommer bei schönem Wetter herrsche Flaute, so Friede.

Da würden auch die 16 Aussenplätze nichts bringen. Man schreibe zwar schwarze Zahlen, aber die Kraft, noch einmal einen Sommer durchzustehen, fehle. Auch, weil sich die sechs Bonsoir-Teilhaber alle in unterschiedliche Richtungen entwickelt hätten.

Ein gutes Konzept ist an diesem Standort laut Urs Messerli unabdingbar. «Mit eher kleinen Beträgen ist man auf eine hohe Frequenz angewiesen, und diese ist wohl mit der Konkurrenz gesunken», vermutet Messerli. Interessenten stehen laut Arci Friede auf der Schwelle, um den Pachtvertrag zu übernehmen. Unterschrieben sei noch nichts. Klar ist, dass es wieder ein Restaurant geben wird, alle sehen ein Gastrokonzept vor.

Der erste Rat, den Urs Messerli einem künftigen Wirt erteilt, ist ernüchternd: «Ich rate primär davon ab. Nur wenn ich wirklich ein Feuer spüre, dann unterstütze ich gern.» Gastronomie sei eine Branche, in der nach Abzug von Lohnkosten, Mietaufwand und Produkteeinkauf wenig Geld übrig bleibe.

Er schätzt, dass heute über 50 Prozent des Aufwands Lohnkosten seien. Den Reiz kann Messerli nachvoll­ziehen: «Man kann bereits in jungen Jahren mit wenig Erfahrung ins Unternehmertum einsteigen.»

Auch Badibeizen fraglich

Den 25 Angestellten im Kung Fu wurde gekündigt. «Wer bei uns bleiben will, der wechselt zu den Badibeizen», sagt Friede. Die drei Beizen der Badeanstalten Ka-We-De, Wylerbad und Weyermannshaus führt die Bonsoir GmbH seit zwei Jahren. Aber auch dieses Engagement stellt sie infrage, nächstes Jahr läuft der Vertrag aus. Eine Entscheidung, wie weiter, gebe es noch nicht.

Letztes Jahr schloss die Bonsoir GmbH ihren gleichnamigen Club in der Aarbergergasse. Eine Beteiligung hält sie am City Pub, das sich im ehemaligen Kino City in der Aarbergergasse befindet. Solche Beteiligungen hält Friede für die wahrscheinlichste Tätigkeit, die sein Unternehmen auch künftig machen werde.

Berner Zeitung

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