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Kulturschock in der indischen Küche

Für die Sendung «Jobtausch» des Schweizer Fernsehen haben die beiden Berner Köche Manuela und Urs Hinni ihren vertrauten Herd im «Tapis Rouge» auf dem Gurten verlassen und stattdessen in Indien angeheuert.

Chef Sunny mit seinen neuen Mitarbeitern Manuela Hinni und Urs Hinni im Restaurant «Chawla Chicken».
Chef Sunny mit seinen neuen Mitarbeitern Manuela Hinni und Urs Hinni im Restaurant «Chawla Chicken».
zvg/SRF
Manuela Hinni und Urs Hinni auf Promotionstour in Neu-Delhi.
Manuela Hinni und Urs Hinni auf Promotionstour in Neu-Delhi.
zvg/SRF
Manish Kumar und Ashok Yadaf vor dem Selbstbedienungsrestaurant «Tapis Rouge» auf dem Gurten.
Manish Kumar und Ashok Yadaf vor dem Selbstbedienungsrestaurant «Tapis Rouge» auf dem Gurten.
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Strassenlärm statt Stille, Dreck statt Desinfektionsmittel, Hitze statt Hygiene – die Gegensätze zwischen Neu-Delhi und dem Berner Gurten könnten nicht extremer sein. Trotzdem schickte der 27-jährige Chefkoch Christian Reinstadlerder des Restaurants «Tapis Rouge» auf dem Berner Gurten, zwei seiner Köche auf diesen Trip ins Ungewisse. Das Ziel von Manuela Hinni (22) und Patissier Urs Hinni (52) war das Restaurant «Chawla Chicken».

Voller Vorfreude traten die beiden Schweizer – ohne überhaupt zu wissen wohin es geht – ihre Reise an. Indien war zwar von Anfang an ihre Wunschdestination, doch beim Anblick des Restaurants in Neu-Delhi verflog die Euphorie schnell: Auf offener Strasse wird das Geschirr gewaschen, unter sengender Sonne die Zwiebeln geschnitten und die Hühnchen werden eigenhändig geschlachtet und gerupft. Trotz Offenheit für Neues war das den Schweizern zu viel des Guten. «Mein erster Eindruck war 'oh mein Gott, hier möchte ich nie essen'», gibt Manuela Hinni denn auch zu. «Im Restaurant herrschen chaotische Zustände und es ist wahnsinnig dreckig», so die Sous-Chefin des «Tapis Rouge». Grundsätzlich seien die Arbeitsbedingungen aber schwer zu vergleichen, weil sie so unterschiedlich sind.

Profitiert vom Austausch

Manuela und Urs (der Cousin von Manuelas Vater) haben sich vom ersten Schock nicht beirren lassen und alles mitgemacht, was ihnen aufgetragen wurde. «Ich glaube wir haben uns gar nicht so schlecht geschlagen und es war schön, etwas Neues zu sehen.» Gerade ihr als junge Schweizer Köchin habe der Austausch sehr gut getan. «Der Jobtausch hat mir verdeutlicht, dass nicht alles selbstverständlich ist, was wir in der Schweiz haben. Die Leute dort sind aber trotz der widrigen Umstände äusserst zuvorkommend.» Zugesagt hat der 22-Jährigen auch das indische Essen. «Wir logierten beim Besitzer des Restaurants und das Essen dort war super. Wir hatten nie Probleme mit dem Magen und die Speisen waren weniger scharf als erwartet.»

Die Arbeitsplätze von Manuela und Urs Hinni blieben wären ihrer Abwesenheit aber nicht verwaist. Wie der Name der Sendung andeutet, tauschten die beiden ihren Job mit zwei indischen Kollegen von «Chawla Chicken». Manish Kumar (24) und Ashok Yadaf (26) kamen sich im «Tapis Rouge» vor wie in einem Märchen: Ihr neuer Arbeitsplatz auf dem Berner Gurten sieht aus wie ein Schloss: Alles glitzert und glänzt vor Sauberkeit. Die Zubereitung der Rösti war schnell erlernt, das Filetieren eines Fischs hingegen bereitete den beiden Mühe – Fisch steht im «Chawla Chicken» nicht auf der Speisekarte. Berührungsängste zeigen die beiden Inder aber keine, sogar Rind kochten sie, obwohl Kühe in ihrem Heimatland heilig sind. Chef Christian Reinstadler war sich gemäss dem Schweizer Fernsehen zum Schluss der Woche sicher: Wenn er könnte, würde er die beiden sofort im Tapis Rouge anstellen.

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