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Kritik an Wachstum

Für die Rechnung 2016 erhielt der Gemeinderat vom Parlament Lob. Das schnelle Wachstum in Köniz bereitet aber auch Sorgen um die Gemeindefinanzen.

41'700 Einwohner zählt die Gemeinde Köniz nunmehr.
41'700 Einwohner zählt die Gemeinde Köniz nunmehr.
Urs Baumann

Die Zahlen sind weniger rot als angenommen. Um eine Million Franken hat der Könizer Gemeinderat im letzten Jahr besser gewirtschaftet als budgetiert. Bei einem Aufwand von 217 Millionen Franken betrug das Defizit statt der prognostizierten 2,8 Millionen Franken letztlich nur 1,8 Millionen Franken.

Dass die Rechnung 2016 besser als er­wartet ausfiel, hat vor allem einen Grund: Im vergangenen Jahr ist die Einwohnerzahl in Köniz um fast 700 Personen auf 41'700 Einwohner gestiegen. Das hat der Gemeinde bei den natürlichen Personen höhere Steuereinnahmen beschert.

Der Grosse Gemeinderat genehmigte die Rechnung am Montagabend einstimmig. Hans-Peter Kohler (FDP) sprach von einem «guten Gesundheitszustand der Gemeinde». Casimir von Arx (GLP) wertete die unverhofft gute Rechnung als Erfolg. Und Iris Widmer (Grüne) lobte den Gemeinderat und betonte, dass es nicht das erste Mal sei, dass die Rechnung besser ausgefallen sei als budgetiert.

Widmer führte dies auf die Wachstumsstrategie zurück, die Köniz seit einigen Jahren fährt und auch künftig weiterverfolgen will. So entstehen in den kommenden Jahren im Rahmen mehrerer Grossprojekte zahlreiche neue Wohnungen sowie zusätz­licher Schulraum. «Die Wachstumsstrategie trägt nun Früchte», sagte Widmer.

Mehr Sparwille gefordert

Zu ebendieser Wachstumsstrategie gab es im Parlament aber auch kritische Stimmen. Sie bringe zwar steigende Steuereinnahmen mit sich, sagte etwa Hans Ulrich Kropf von der BDP. «Die In­frastrukturkosten fallen aber leider auch immer höher aus.» Mit den grossen Investitionen, die das starke Wachstum erfordere, komme man nie auf einen grünen Zweig mit den Finanzen.

Ähnlich tönte es bei der SVP: «Wir können die Euphorie über das schnelle Wachstum nicht teilen», sagte Kathrin Gilgen. Ihre Partei lasse sich vom Rechnungsergebnis nicht blenden. Abge­sehen davon sehe man nach wie vor Möglichkeiten, weniger Geld auszugeben. «Es braucht mehr Sparwillen in allen Direktionen.»

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