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Krautstiel gegen Schnittsalat

Neue Pflanzensorten kennen lernen, Tipps fürs Gärtnern abholen oder eigene spezielle Setzlinge zum Tausch anbieten – am Tauschmarkt in Schwarzenburg kamen sowohl Experten wie auch Garten­banausen auf ihre Kosten.

Organisatoren: Sandra Haunreiter, Myriam Hug und Stefan Zimmermann am ersten Tauschmarkt für Pflanzen.
Organisatoren: Sandra Haunreiter, Myriam Hug und Stefan Zimmermann am ersten Tauschmarkt für Pflanzen.
Enrique Muñoz García

Vor dem Naturkostladen Bergbach mitten im Ort steht ein ­langer Holztisch mit allerhand Pflänzchen drauf. Was das wohl alles für Grünzeug ist, fragt sich der Gartenbanause ahnungslos. Angeregt diskutiert derweil eine interessierte Besucherin mit den Organisatorinnen Sandra Haunreiter und Myriam Hug darüber, ob aus dem einen Setzling wohl noch eine gute Staude werden könne oder eher nicht.

Kurz darauf spazieren zwei Hobbygärtnerinnen herbei, beide mit einer Kiste unter dem Arm. «Ich habe Krautstiele und Tomaten mitgebracht und würde dafür eventuell einen Setzling für Schnittsalat mitnehmen», sagt die eine. Sandra Haunreiter vom Verein Umwelt und Natur hat diesen Tauschmarkt in Schwarzenburg am Wochenende zum ersten Mal durchgeführt. «Ich habe Freude am Gärtnern und an der Vielfalt der Pflanzenwelt.» Dieses Interesse und dieses Wissen habe sie weitergeben wollen.

Deshalb sei sie auf die Idee gekommen, dass jeder seine eigenen Garten- oder Balkonpflanzen, Setzlinge oder Samen mitbringen solle und dafür etwas Neues mit nach Hause nehmen könne. «Wenn man einen eigenen Garten besitzt, muss man jeweils Jahr für Jahr viele kleine Pflänzchen wegwerfen, weil es sonst zu viele werden», erklärt sie. Besser sei es doch, diese jemandem mit derselben Leidenschaft weiterzugeben.

Kundinnen: Sie bringen und holen Setzlinge. Bild: Enrique Muñoz García
Kundinnen: Sie bringen und holen Setzlinge. Bild: Enrique Muñoz García

Unabhängigkeit von den Konzernen

Aber auch für den Gartenbanausen war der Tauschmarkt ein Anlass, den man sich zunutze machen konnte. So erfuhr man beispielsweise von den Expertinnen, welche Pflanzen sich im gleichen Topf mit anderen vertragen und welche nicht und dass es besser ist, den Stauden lieber einmal viel Wasser statt jeden Tag nur ein bisschen zu geben.

Neben der Leidenschaft für den Garten sei auch der Wunsch da gewesen, mit dieser Aktion die Unabhängigkeit von den Grosskonzernen zu wahren, führt Haun­reiter aus. «Viele Firmen bieten Pflanzen an, die aus Hybridsamen gezüchtet wurden. Das bedeutet, dass nur im ersten Jahr das gewünschte aus den Samen entsteht. Im nächsten muss man beim Unternehmen wieder neue Setzlinge holen, weil die anderen verkümmern», erklärt sie. Das sei bei sogenannt samenfesten Sorten nicht der Fall, diese würden sich auf natürliche Art und Weise fortpflanzen. So könne man im darauf folgenden Jahr wieder das Gleiche ernten wie vorher.

Der Markt findet nun jeden Frühling statt

Haunreiter und Hug wollen ihren Tauschmarkt von nun an jedes Jahr im Frühling durchführen. «Ein Erfolg ist er schon jetzt, auch wenn er noch im kleinen Rahmen stattfindet. Die Leute ­interessieren sich und kommen vorbei. So können wir unsere Freude teilen», sagt Haunreiter.

Und auch der Gartenbanause nimmt etwas von dieser Leidenschaft mit nach Hause und startet ganz einfach mit einer kleinen Sonnenblume, die den ungrünen Daumen hoffentlich überleben wird.

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