Bern

Kommts gar zum FCZ-Fanmarsch?

BernLaut dem Berner Sicherheitsdirektor Reto Nause stehen die Behörden mit Fans der Cupfinalgegner YB und FCZ in einem «sehr konstruktiven Dialog».

2014 marschierten die FCZ-Fans durch die Altstadt an den  Cupfinal – nicht alle so friedlich wie auf diesem Bild.

2014 marschierten die FCZ-Fans durch die Altstadt an den Cupfinal – nicht alle so friedlich wie auf diesem Bild. Bild: Lukas Lehmann/Keystone

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2014 war der letzte Cupfinal in Bern, FCZ - FCB, und nach Sachbeschädigungen der Zürcher Fans in der Altstadt und einem Polizeieinsatz mit Wasserwerfer und Gummischrot vor dem Stadion war für die Berner Behörden klar: So nicht mehr. Sollen sich andere Städte am Cupfinal die Finger verbrennen, fanden der damalige Stadtpräsident Alexander Tschäppät (SP) und Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP).

«So etwas wie 2014 will niemand mehr», sagt Nause auch heute noch. Mit Blick auf den Cupfinal von Ende Monat, der erstmals wieder in Bern stattfindet, tut er es aber voller Zuversicht. «Die Behörden stehen mit YB und dem FCZ in einem sehr konstruktiven Dialog», so Nause. Damit meine er nicht nur die Fussballclubs, sondern auch die offizielle Fanarbeit. Auch zum Schweizerischen Fussballverband (SFV) pflege man «einen engen und guten Kontakt».

«Brauchen Zusicherungen»

Ist es gar denkbar, dass dieses Jahr wieder ein Fanmarsch bewilligt wird? Es gebe Fangruppierungen des FCZ, die via Hauptbahnhof anreisen möchten, so Nause. «Damit dies überhaupt diskutiert werden kann, brauchen wir gewisse Zusicherungen», sagt er weiter. «Es müssen alle daran interessiert sein, dass der Cupfinal ein friedliches Fussballfest wird.»

Die Behörden versuchten, «ein Setting aufzusetzen, das eine direkte Begegnung gegnerischer Fans möglichst ­verhindert». Auf welcher Route sich dies zwischen Hauptbahnhof und Stadion realisieren liesse, kommentiert Nause nicht. Es seien keine Details zu möglichen Routen spruchreif. Aber immerhin: Fanmärsche sind offensichtlich Gegenstand der laufenden Gespräche.

Nause, für viele Fussballfans spätestens seit seinem «Raubtierkäfig»-Spruch vor sieben Jahren über den Fanzaun im Wankdorf ein Feindbild, ist übrigens nicht persönlich an den Gesprächen beteiligt, wie er betont. «Die Stadt als Bewilligungsbehörde wird von der Gewerbepolizei vertreten, für die Sicherheit ist die Kantonspolizei zuständig.»

Verband bezahlt 50 Prozent

Wie die Polizeikosten künftig bei Cupfinals aufgeteilt werden, haben die vier Städte Bern, Basel, Zürich und Genf Ende Januar ­gemeinsam vereinbart: Der SFV übernimmt – nach Abzug der polizeilichen Grundversorgung – «mindestens 50 Prozent» der Sicherheitskosten. Dabei dürfe die polizeiliche Grundversorgung «250 Personeneinsatzstunden nicht übersteigen». 50 Polizeikräfte à 5 Stunden – es dürfte keine Frage sein, dass das effektive Polizeiaufgebot unabhängig vom Setting sehr viel grösser ausfallen wird. Mit anderen Worten: Ein Cupfinal kann für den Verband künftig ins Geld gehen.

Fix in Bern? Ja, aber...

Wie aus einem Bericht des Gemeinderats von letzter Woche hervorgeht, hat der SFV zudem «in Absprache mit der jeweiligen Bewilligungsbehörde für eine ­geordnete An- und Abreise zu sorgen und entsprechend Vorkehrungen zu treffen». Darüber hinaus stehe es den jeweiligen Austragungsstädten frei, je nach Lageeinschätzung «erhöhte Anforderungen an eine Austragung eines Cupfinals zu stellen».

Ob der Cupfinal künftig immer in Bern stattfinden soll oder ob die Stadt im Turnus mit Basel, Zürich und Genf als Gastgeberin auftreten wird, hängt laut Nause davon ab, wie der Final am 27. Mai verläuft. «Wenn es gut läuft, findet er immer in Bern statt, wenn es schwierig wird, kommt es zum Turnus.» (Berner Zeitung)

Erstellt: 02.05.2018, 07:54 Uhr

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