Kneubühl bricht Hungerstreik ab

Der Bieler Rentner Peter Hans Kneubühl bricht seinen Hungerstreik ab. Dazu bewegen konnte ihn sein neuer Rechtsbeistand – Kneubühl wird seit kurzem vom bekannten Zürcher Anwalt Valentin Landmann vertreten.

Peter Hans Kneubühl unterwegs an eine Gerichtsverhandlung vor dem Regionalgericht in Biel.

Peter Hans Kneubühl unterwegs an eine Gerichtsverhandlung vor dem Regionalgericht in Biel.

(Bild: Keystone)

Der als «Bieler Amok-Rentner» schweizweit bekannt gewordene Peter Hans Kneubühl hat seinen Hungerstreik beendet. Die Universitären Psychiatrischen Dienste Bern (UPD) bestätigten am Dienstag entsprechende Angaben von Kneubühls neuem Anwalt, Valentin Landmann.

Es habe ein Gespräch statt­gefunden mit therapeutischen Fachpersonen, erklärte UPD-Sprecher Mike Sutter. Eine Vertrauensperson von Kneubühl sei bei dem Gespräch dabei gewesen. «Dieses Gespräch sowie die neue rechtliche Vertretung haben ihn bewogen, den Hungerstreik abzubrechen.»

Mehrere Wochen gehungert

Kneubühls Zustand sei stabil. Er befinde sich auf dem Weg zur Erholung. Der 74-Jährige hat mehrere Wochen ohne Nahrung hinter sich und entsprechend viel Gewicht verloren.

Die Verantwortlichen der UPD und des Amts für Justizvollzugs hatten vor einer Woche an einer Medienkonferenz klargemacht, dass sie Kneubühl notfalls zwangsernähren würden. Kneubühl wolle nicht sterben und verfüge nicht über genügend Urteilsvermögen, um die Wirkung seines Hungerstreiks einzuschätzen, urteilte Werner Strik, Direktor der Universitätsklinik für Psychiatrie und Psychotherapie der UPD.

Landmann hat übernommen

Mit seinem Hungerstreik wollte Kneubühl eine Rückverlegung von der Strafanstalt Thorberg ins Regionalgefängnis Thun erzwingen. Das bernische Amt für Justizvollzug teilte auf Anfrage mit, man mache keine Angaben zum weiteren Verlauf des Massnahmenvollzugs. Bei der erwähnten Medienkonferenz sagten die Verantwortlichen indes, Kneubühl wolle mit seinem Hungerstreik ein «unrealistisches Ziel» erreichen – sprich: eine Rückverlegung komme nicht infrage.

Der bekannte Zürcher Anwalt Valentin Landmann kümmert sich neuerdings um den Fall, wie Landmann am Dienstag gegenüber «Blick online» und Radio SRF sagte. Nach seinen Angaben bleibt der Rentner einstweilen in der Klinik. Sobald es die Gesundheit erlaube, solle er wieder in den Vollzug überführt werden.

«Kneubühl möchte gerne in eine andere Anstalt verlegt werden, solange er im Vollzug bleiben muss», bestätigte Anwalt Landmann. «Das werden wir mit ihm anschauen. Wir werden ihn sicher besuchen.»

Polizist schwer verletzt

Im Jahr 2010 hatte Kneubühl die Schweiz in Atem gehalten. 2010 sollte sein Haus in Biel zwangsversteigert werden. Als die Polizei anrückte, schoss er und verletzte einen Mann schwer. Nach tagelanger Flucht wurde der Rentner gefasst. Die Gerichte taxierten Kneubühl als schuldunfähig, weil er an einem Wahn leide. Er wurde zu einer stationären therapeutischen Massnahme verurteilt. Daher ist er nach wie vor im Vollzug.

azu/sda

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