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Klitschko-Kampf als «Lotto-Sechser»

Im Rahmen des ersten Berner Sport- und Entertainmentforums haben Stadtpräsident Alexander Tschäppät und weitere geladene Gäste über die Positionierung des Standorts Bern als Sport- und Eventstadt informiert.

Die Fussball-Europameisterschaften 2008; die Eishockey-Weltmeisterschaften 2009; Auftritte musikalischer Grössen wie Bruce Springsteen oder Coldplay – die Stadt Bern hat sich in den vergangenen Monaten als Organisatorin verschiedenster Populäranlässe profiliert. Anlässlich des «Einwiegens» von Witali Klitschko und Kevin Johnson vor dem heutigen Schwergewichts-Titelkampf in der Postfinance-Arena haben geladene Gäste im Rahmen des ersten Sport- und Entertainmentforums über den Status der «Sport- und Entertainmentstadt Bern» debattiert.

Stadtpräsident Alexander Tschäppät zitierte mit Freude ein Extrakt aus einem Ende Oktober erschienenen Artikel in der «NZZ am Sonntag»: «Bern macht mobil eine Stadt ist im Aufbruch zumindest wenn es um die Sportinfrastruktur geht, droht Zürich von Bern überholt und auch gleich auf dem Pannenstreifen deponiert zu werden.» Tschäppät sagt: «Wir sind die Sportstadt Nummer eins in der Schweiz, im Spitzen- wie im Breitensport.» Zuletzt wurde aus dem Stadtrat Kritik an der Ausgabe von Steuergeldern für Sportanlässe wie dem WM-Kampf Witali Klitschkos geäussert – die FDP-Fraktion verlangte die Offenlegung der monetären Aufwände für Anlässe in der Grössenordnung des heutigen Events in der Postfinance-Arena. «Dürfen öffentliche Gelder für solche Anlässe gesprochen werden? Ich finde ja, es lohnt sich, da der direkte wirtschaftliche Nutzen hoch ist», erklärte der Stadtpräsident.

«Eventfreundliche Stadt»

Stefan Niedermaier, CEO des Stade de Suisse, bezeichnete Bern als «eventfreundliche Stadt» und nannte entsprechend förderliche Faktoren: «Es braucht Infrastruktur, passende Rahmenbedingungen und Innovation – beispielsweise Boxen im Eishockeystadion oder Eishockey im Fussballstadion – und es braucht Leute, denn Sport ist längst ein Peoplebusiness.» Sowohl Niedermaier als auch Tschäppät sind sich indes bewusst, dass medienwirksame Grossereignisse nicht nur Imagegewinn, sondern auch -verlust bedeuten können. Beispielsweise bei Ausschreitungen nach Sportveranstaltungen. «Wir nehmen dieses Thema ernst und stehen im ständigen Dialog», sagte Niedermaier. Auch seitens des SC Bern ist man bestrebt, in der Postfinance-Arena in Zukunft vermehrt Events durchzuführen. «Das Motto lautet ‹Klasse vor Masse› – und wichtig ist, dass Eishockey unsere Kernkompetenz bleibt», erklärte Rolf Bachmann. Der Chief Operating Officer des SCB ist überzeugt, dass der Verein dank dem umgebauten Heimstadion den Wirtschaftsstandort Bern stärken werde. SCB-Marketingchef Marcel Wisler bezifferte die Austragung des Klitschko-Kampfs derweil als «Lotto-Sechser», den es zu nutzen gelte. Und: «Der Stadtpräsident ist ein toller Promotor und kann sich für sportliche Grossanlässe begeistern, das ist wichtig.» Für den Klitschko-Manager Berndt Bönte ist jedenfalls klar: «Wenn beim Kampf alles tipptopp klappt, kommen wir gerne wieder.»

bz/rek

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