Kleine Schritte im Naturpark Gantrisch

Gantrischgebiet

Die Verantwortlichen des Naturparks Gantrisch haben einige Neuerungen realisiert. Und schon ab dem kommenden Fahrplanwechsel werden mehr Postautos zirkulieren.

Gemeinsam wollen Ruedi Flückiger (links) und Christoph Kauz dem Naturpark Schub geben.

Gemeinsam wollen Ruedi Flückiger (links) und Christoph Kauz dem Naturpark Schub geben.

(Bild: Urs Baumann)

«Was machen die im Naturpark eigentlich?», ist eine Frage, die in der Region Gantrisch immer ­wieder gestellt wird. Im Februar hatten Geschäftsführer Christoph Kauz und Ruedi Flückiger, Präsident des Fördervereins Region Gantrisch, ihre Pläne für die Gegenwart und die Zukunft des Naturparks verraten.

Zehn Monate später machen die beiden eine Bestandesaufnahme dessen, was realisiert wurde, was kurzfristig neu sein wird und längerfristig erst angedacht ist. Fazit: Nicht alles konnte mit dem angestrebten Tempo verwirklicht werden.

Übernachten

Dass die Verpflegungs- und Übernachtungsmöglichkeiten im Naturpark eher ab- als zunehmen, ist kein Geheimnis und wird häufig beklagt. Flückiger und Kauz hatten immer wieder betont, dass es nicht die Aufgabe des Naturparks sei, Restaurants oder Hotels zu betreiben.

Sie hatten aber versprochen, sich für Verbesserungen einzusetzen. Deshalb treten sie in Kontakt mit Vertretern der zahlreichen Hütten im Gantrischgebiet. Diese werden teilweise kaum oder schlecht ge­wartet. «Mittelfristig möchten wir das ändern, um den Betrieb der Hütten zu sichern», erklärt Ruedi Flückiger.

In einem ersten Schritt will er ein gemeinsames Warten der Hütten organisieren. «Längerfristig möchten wir auch dafür sorgen, dass sie saniert werden», sagt Flückiger und betont, dass es wichtig sei, ausreichend Unterkünfte anzubieten.

Informieren

Auf die eingangs erwähnte Frage antwortet der Naturpark mit Information. «Diese liegt uns am Herzen. Wir wollen, dass die Leute wissen, was im Gantrischgebiet vorhanden ist», sagt Geschäftsführer Christoph Kauz.

Aus diesem Grund wird das Entdeckerhandbuch, welches der Naturpark bei seinem Start vor fünf Jahren lancierte, überarbeitet und in kleinerem Format neu aufgelegt. «Das machen wir, damit es handlich ist und bei einem Ausflug mitgenommen werden kann. Die beiliegende, herausnehmbare Karte soll als Grundlage für Wanderungen dienen», erklärt Christoph Kauz.

Informieren will man auch den Nachwuchs. Die neu gestalteten Karten des Naturpark-Adventskalenders sind im Druck und werden demnächst an Schulen und Gemeinden abgegeben. Auf jeder Karte ist etwas aus dem Gantrischgebiet zu sehen und wird beschrieben: Orte, Geschichten, Tiere, Produkte und Traditionen.

Erneuern

Vorgesehen ist auch eine neue Veranstaltung: Mit einem Festival der Natur im kommenden Mai will der Naturpark die Bevölkerung auf die Besonderheiten und die Biodiversität aufmerksam machen. Auch Packages mit Aktivitäten und Mahlzeiten hatten Flückiger und Kauz versprochen.

Geschaffen wurde in diesem Jahr gerade eines: das Sternen-Dinner, ein Outdoorfondue plus Sternenbeobachtung mit einem Team der Sternwarte Uecht. Es findet beim Berggasthof Gurnigelbad statt, einmal im Monat – bei schlechtem Wetter indoor. Trotz dieser Neuerung bleibt das Verpflegungsangebot im Park eher mager, vor allem im Winter, wenn kein Schnee liegt und Wanderer unterwegs sind.

Eine neue Errungenschaft ist die Verbesserung des ÖV-Angebots: In der Skisaison werden im Winter drei Postauto-Kurspaare zwischen Riggisberg und der Gantrischhütte verkehren. Bisher war es deren zwei. Im Sommer sollen gar vier statt wie bis anhin zwei Kurspaare fahren.

Vorbereiten

Der Naturpark beschäftigt sich auch mit sich selbst. Beispielsweise der definitiven Umsetzung der neuen Strukturen, dies auch im Hinblick auf die bevorstehende Erneuerung des Parklabels. Bereits haben die Parkverantwortlichen mit den Gemeindepräsidenten im Perimeter einen ersten Workshop durchgeführt, denn um das Label zu erneuern, das 2021 ausläuft, braucht es die Zustimmung der Gemeinden.

Diese werden 2019 oder 2020 darüber abstimmen, ob sie weiterhin dem Naturpark Gantrisch angehören wollen. Zu wissen, «was die im Naturpark eigentlich machen?», dürfte diese Entscheidung doch erheblich erleichtern.

Mitgliederversammlung:Mittwoch, 8. November, 19.30 Uhr. Restaurant Bütschelegg.

Berner Zeitung

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