Klares Ja zur Fusion am Gerzensee

Kirchdorf

Die Gemeinden Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen sagen deutlich Ja zum Zusammenschluss. Damit verschwinden auf einen Schlag drei Minigemeinden.

Projektleiter Franz Müller: «Habe mir ein deutliches Resultat erhofft.»

Projektleiter Franz Müller: «Habe mir ein deutliches Resultat erhofft.»

(Bild: Urs Baumann)

Die Kirche bleibt im Dorf: Alle vier beteiligten Gemeinden sagten am Sonntag Ja zur neuen Gemeinde Kirchdorf. Somit schliessen sich Kirchdorf, Gelterfingen, Mühledorf und Noflen auf das neue Jahr hin zusammen. Die neue Gemeinde zählt rund 1800 Einwohner.

Franz Müller, Projektleiter und Kirchdorfer Gemeinderat (Forum), freute sich sehr über den Entscheid. «Ich habe mir ein deutliches Resultat erhofft. Nun ist es da.» Die Stimmbürger hatten drei Abstimmungsfragen zu beantworten. Sowohl dem Fusionsvertrag, dem Fusionsreglement wie auch dem Organisationsreglement stimmten sie jeweils klar zu.

Über alle vier Gemeinden gesehen lag die Zustimmung bei 84 Prozent. Zum Fusionsvertrag sagten 540 Einwohner Ja und nur 104 Einwohner Nein. Am deutlichsten war das Resultat in Noflen, gefolgt von Kirchdorf und Mühledorf. Erwartungsgemäss war die Zustimmung in Gelterfingen am knappsten, aber immer noch eindeutig.

Überzeugte Gemeinderäte

Vor zwei Jahren herrschte in den vier Gemeinden noch Katerstimmung. Das Fusionsprojekt von fünf Gemeinden unter dem Namen Kleeblatt kam nicht zustande, weil sich die Gemeindeversammlung Gerzensee deutlich dagegen ausgesprochen hatte. Die anderen vier Gemeinden hatten hingegen klar Ja gesagt. Nach einer Pause lancierten die Gemeinderäte ein neues Fusionsprojekt.

«Das war ein Vernunftsentscheid: Es wird jetzt besser und einfacher.»Projektleiter Franz Müller

«Nun hatten alle vier Gemeinderäte eine klare Haltung», sagt Müller. Die Verwaltungen hätten das Projekt ebenfalls unterstützt. Das sei entscheidend gewesen für den Erfolg. Es habe auch keine Animositäten zwischen den Gemeinden gegeben. «Das war ­wirklich ein Vernunftsentscheid: Es wird jetzt besser und ein­facher.»

Neues Wappen, neuer Rat

Für die Fusionsanstrengungen des Kantons Bern ist der gestrige Entscheid kein riesiger Schritt, aber auch kein unbedeutender: Immerhin verschwinden auf einen Schlag drei Minigemeinden: Noflen, Gelterfingen und Mühledorf gehören zu den fünfzig kleinsten im Kanton. Die neue Gemeinde wird sich hingegen auf etwa Rang 130 von noch knapp dreihundertfünfzig Gemeinden klassieren und ähnlich gross sein wie beispielsweise Rüeggisberg, Walkringen oder Biglen.

Nun findet am 9. November die erste Gemeindeversammlung der fusionierte Gemeinde statt. Dann werden die Stimmberechtigten nicht nur den Steuerfuss festlegen, der bei rund 1,59 Einheiten liegen wird. Sie werden auch über das neue Wappen abstimmen.

Und schon vorher, am 24. September, wird an der Urne der neue Gemeinderat gewählt. Er besteht aus sieben Personen. In der ersten Legislatur haben alle vier bisherigen Gemeinden einen Sitz auf sicher. Ebenfalls sicher ist: Der Bisherige Franz Müller wird nicht mehr dabei sein. «Jetzt müssen die Jüngeren ran», sagt er.

Resultat:

Fusionsvertrag:

  • Gelterfingen: 86 Ja (71,1%), 35 Nein (28,9%).
  • Kirchdorf: 288 Ja (87,5%), 41 Nein (12,5%).
  • Mühledorf: 73 Ja (76,8%), 22 Nein (23,2%).
  • Noflen: 93 Ja (93,9%), 6 Nein (6,1%).

Stimmbeteiligung:

  • Gelterfingen 56%,
  • Kirchdorf 46%,
  • Mühledorf 50,8%,
  • Noflen 47,4%.

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