Kirchlindach trennt Wohlener Oberstufe

Wohlen

Die Gemeindeversammlung hat dem Wechsel zu einem durchlässigen Oberstufenmodell zugestimmt. Wegen eines Neins aus Kirchlindach kommt er nur für Hinterkappelen.

Gemeinsamer Eingang, getrennte Klassen: An der Oberstufe Uettligen werden Sekundar- und Realklassen weiterhin nicht gemischt.

Gemeinsamer Eingang, getrennte Klassen: An der Oberstufe Uettligen werden Sekundar- und Realklassen weiterhin nicht gemischt.

(Bild: Christian Pfander)

Hans Ulrich Schaad

Susanne Schori (SVP) hatte keine einfache Aufgabe. Die für die Bildung zuständige Gemeinderätin musste der Gemeindeversammlung eine Vorlage schmackhaft machen, die am Vorabend in Kirchlindach Schiffbruch erlitten hatte. Soll an den Oberstufenschulen der Gemeinde auf ein durchlässiges Modell gewechselt werden?

Eines stand schon zum Voraus fest. Sollte die Wohlener Gemeindeversammlung zur Vorlage Ja sagen, würde die Umstellung nur die Oberstufe in Hinterkappelen betreffen. Nach dem Nein in Kirchlindach war der Modellwechsel für die Schule Uettligen vom Tisch. Dafür hätten beide Gemeindeversammlungen zustimmen müssen.

Zeit für Wechsel

Der Gemeinderat hatte schon vorgängig entschieden, dass er unterschiedliche Modelle an den beiden Oberstufen Uettligen dulden würde. Er erachte eine einheitliche Regelung als «nicht prioritär», wie es in der Botschaft hiess.

Susanne Schori sprach am Dienstagabend von einem «strategischen Entscheid, bei dem die Kinder im Mittelpunkt stehen». Sie wisse aber, dass viele Lehrpersonen dem Wechsel skeptisch gegenüberstehen. Aber: «Es ist Zeit für einen Wechsel.»

Die 327 Stimmberechtigten liessen sich durch das Nein aus der Nachbargemeinde nicht ­beeinflussen. Alle Parteien un­terstützten den Antrag des Gemeinderats. So sagte die FDP-Sprecherin, dass es auch um die Attraktivität von Wohlen als Wohngemeinde gehe.

Ein langjähriger Lehrer machte sich stark für den Wechsel. Das durchlässige Modell kenne keine Nachteile, habe aber viele Vorteile. Eine Mutter ergänzte, dass ein durchlässiges Modell für ihre Kinder genau richtig gewesen sei, und sie fragte sich, warum Wohlen es nicht schon lange hat. Ein Professor für Erziehungswissenschaften wies darauf hin, dass in heterogenen Klassen die besseren und die schwächeren Kinder gleichermassen profitierten.

Ein Votant kritisierte das Vorhaben. Man müsse nicht immer der Mehrheit oder den wissenschaftlichen Studien folgen, sondern auch auf die Lehrer hören. So seien die Lehrer in Uettligen dagegen.

Das Resultat war nach der «einseitigen Diskussion» klar. Die Versammlung genehmigte den Wechsel mit grossem Mehr. In Hinterkappelen wird der Wechsel auf das Schuljahr 2019/2020 vollzogen.

Berner Zeitung

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