Kirche will Zentrum loswerden

Bremgarten

Das Kirchgemeindehaus in Bremgarten ist eine finanzielle Last und soll verkauft werden. Die Einwohnergemeinde klärt nun ab, ob sie die Gebäude an der Johanniterstrasse übernehmen soll. Das letzte Wort hat aber die Gemeindeversammlung.

Das Kirchgemeindehaus Bremgarten: Wohin der Weg des Zentrums führt, ist ungewiss.

Das Kirchgemeindehaus Bremgarten: Wohin der Weg des Zentrums führt, ist ungewiss.

(Bild: Susanne Keller)

Die Zukunft des reformierten Kirchgemeindehauses Bremgarten ist ungewiss. Im stattlichen Gebäudekomplex an der Johanniterstrasse finden ausser den kirchlichen Aktivitäten auch Vereinsanlässe, Konzerte, Vorträge und so weiter statt. Auch die Gemeindeversammlung wird im grossen Saal des Zentrums durchgeführt, gerade am Montagabend war er bis zum letzten Platz besetzt.

Das Haus ist im Besitz der Gesamtkirchgemeinde Bern, die zwölf weitgehend autonome Kirchgemeinden umfasst. Weil die Steuererträge seit Jahren zurückgehen, sind die finanziellen Probleme gross. Ziel ist es, die jährlichen Kosten für die Immobilien zu halbieren, unter anderem werden deshalb Verkäufe ins Auge gefasst – wie bei anderen Kirchgemeinden.

Verkauf ist problematisch

Eines der Objekte, das zur Diskussion steht, ist das Kirchgemeindehaus Bremgarten. Es soll bald verkauft werden, wie Kirchenverwalter Othmar Ulrich bestätigt. Für kirchliche Anlässe stehen ausserdem noch die Kirche Bremgarten sowie die Kirche und das Kirchgemeindehaus Rossfeld zur Verfügung. Letztere liegen ebenfalls auf dem Gebiet der Kirchgemeinde «Matthäus Bern und Bremgarten». Ein Verkauf hat aber seine Tücken. Denn die Liegenschaft ist denkmalgeschützt, und sie steht in einer Zone für öffentliche Nutzung. Sollten dort Wohnungen entstehen, müsste das Land umgezont werden. Umbauten sind ebenso problematisch, weil sie teuer zu stehen kämen.

«Wenn es schnell gehen muss, kommt als Käuferin fast nur die Gemeinde infrage», sagt Gemeindepräsident Dominique Folletête (FDP). Zwischen der Gesamtkirchgemeinde und der Einwohnergemeinde laufen derzeit denn auch Verhandlungen. Eine Arbeitsgruppe der Einwohnergemeinde prüft zudem, wie das Kirchgemeindehaus genutzt werden könnte. Nebst dem zusätzlichen Kindergarten, der ab Sommer dort einquartiert ist, wäre auch denkbar, die Tagesschule und eine weitere Kindertagesstätte dort zu platzieren.

«Bisher standen wir auf der Sonnenseite. Wir mussten die Räume im Kirchgemeindehaus nur mieten», sagt Folletête. Wenn Betrieb und Unterhalt dazukämen, würde dies die Gemeindekasse stark belasten. «Alle Räume zu nutzen, ist gar nicht möglich», so der Gemeindepräsident. Der Saal zum Beispiel sei ein grosser Raum, der nur wenig belegt werden könne.

Ball liegt bei der Gemeinde

Folletête verschweigt nicht, dass ein Kauf erhebliche Kosten mit sich bringen würde. Dies sagte er auch am Montag an der Gemeindeversammlung, als er über das Kirchgemeindehaus sprach. Sollte sich der Gemeinderat zum Kauf entschliessen, müsste der Kredit ohnehin vor die Gemeindeversammlung. Über die Preisvorstellungen schweigen sich die Parteien aus. «Der Ball liegt gegenwärtig bei der Gemeinde Bremgarten», sagt Verwalter Othmar Ulrich.

Berner Zeitung

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